Gedenken an Brandopfer
Gefahren der Neonazi-Organisation "Der dritte Weg"

Von der Spitalkirche zogen die Teilnehmer zum Schlesierplatz. An der Gedenktafel stellten sie Kerzen ab und gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des Brandanschlags. Bilder: rid (2)
Politik
Schwandorf
21.12.2015
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Der freie Journalist Jan Nowak warnt vor der militanten Neonaziorganisation "Der dritte Weg" und fordert ihr Verbot. Bei einer Veranstaltung der DGB-Jugend am Freitag in der Spitalkirche rief er die Teilnehmer auf, den gesellschaftlichen Druck auf diese Kaderschmiede zu verstärken und damit die politisch Verantwortlichen zum Handeln zu zwingen.

Die Gedenkfeier zur Erinnerung an die Opfer des Brandabschlags im Dezember 1988 war die erste Veranstaltung der vor wenigen Wochen gegründeten Ortsgruppe der DGB-Jugend. Die beiden Sprecher Jasmina Jobst und Tobias Gruber hatten dazu eingeladen und den Experten für Rechtsextremismus, Jan Nowak, als Referenten gewonnen. Er zählte die Verherrlichung des historischen Nationalsozialismus zu den zentralen Themenfeldern der Organisation "Der dritte Weg".

In dieses Bild passe die rassistische Agitation gegen Flüchtlinge auf Flugblättern, in den sozialen Netzwerken, bei Bürgerversammlungen und Kundgebungen. Auch die Kampagne "Kein Asylantenheim in meiner Nachbarschaft" mit der Veröffentlichung der Adressen von Flüchtlingsunterkünften trage die Handschrift der Neonaziorganisation.

Schweigeminute


Jan Nowak ruft die Demokraten auf, den gesellschaftlichen Druck auf diese Organisation zu verstärken und damit Politik und Justiz zum Handeln zu zwingen. Welchen Einfluss die Bewegung bereits gewonnen habe, zeigten die Brandanschläge auf Asylbewerberheime und das Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin. Von der Spitalkirche zogen die Teilnehmer zum Schlesierplatz. An der Gedenktafel stellten sie Kerzen ab und gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des Brandanschlags.

Die Berufliche Oberschule, in die der Brandstifter Josef Saller einst ging, arbeitete das Thema in einer eigenen Veranstaltung auf. Stellvertretender Schulleiter Johann Bauer unterrichtete den Jugendlichen in der Malerklasse und hat ihn als guten Schüler in Erinnerung, der sich damals lediglich durch seine schwarze Kleidung von der Masse abgehoben habe. Günter Kohl, Regionalbeauftragter der staatlichen Schulberatungsstelle für "Demokratie und Toleranz", versucht, die Jugendlichen zu sensibilisieren für auffälliges Verhalten von Mitschülern und appelliert an die Demokraten, rassistischem Gedankengut entgegenzutreten.Der Journalist des Bayerischen Rundfunks, Thomas Muggentaler, zeigte den Film "Verbrechen Liebe", in dem es um die Liebesbeziehung einer deutschen Frau und eines polnischen Zwangsarbeiters während des Dritten Reiches geht, aus der Liebe wurde im NS-Regime schließlich tödlicher Ernst.
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