„Haus für Kinder“ ist beschlossene Sache
Nur noch zwei im Rennen

Politik
Schwandorf
26.07.2016
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Das "Haus für Kinder" ist beschlossene Sache. Wer es bauen und betreiben wird, ist noch offen, der Stadtrat stellte die Entscheidung am Montag in nicht öffentlicher Sitzung zurück. Ein Bewerber hat die Segel gestrichen.

Die Stadt stockt das Angebot an Krippen-und Kindergartenplätzen deutlicher auf, als noch im Hauptausschuss empfohlen. Nach Gesprächen mit dem Jugendamt schlug Kämmerer Jens Wein dem Stadtrat vor, Bedarf für drei Krippengruppen (36 Plätze) festzustellen. Im Hauptausschuss war noch von zwei Gruppen die Rede. Zwei Kindergartengruppen mit 50 Plätzen sollen in einem „Haus für Kinder“ außerdem entstehen. Die Horte an der Fronberger- und der Lindenschule werden um 25 Plätze aufgestockt.

Weitgehend einig


In den Grundzügen war sich der Stadtrat am Montag einig, sowohl der Bedarf an Plätzen als auch das "Haus für Kinder" als Betreuungsform wurden einstimmig gebilligt. Auch der Standort auf einem städtischen Grundstück nahe des Vitalzentrums an der Hoher Bogen/Schwimmbadstraße wurde einhellig begrüßt. Dieter Jäger (FW) machte gar einen Paradigmenwechsel in der Kinderbetreuung aus, weil die Stadt nun endlich den Bedarf großzügig bemesse. Entgegen des Verwaltungsvorschlags, dass der jeweilige Träger das Haus auch bauen soll, forderte die SPD-Fraktion, dass hier auch die Stadt als Bauherr auftreten könne. Die Baukosten werden ohnehin zu zwei Dritteln von der Stadt übernommen, der Träger würde ein Drittel der Kosten und das Grundstück einbringen. "Warum eigentlich?", fragte Franz Schinder, angesichts der Finanzen könne sich die Stadt auch das letzte Drittel leisten: "Dann gehört das Gebäude uns". Marion Juniec-Möller (Grüne) wandte ein, dass die Stadt als Bauherr mehr Einfluss auf die Gestaltung haben würde.

Im Ferienausschuss


Kurt Mieschala (UW) hielt es für denkbar, das Haus einen privaten Investor bauen zu lassen, der es an den Betreiber vermietet. Das berge allerdings das Risiko, entgegnete Wein, dass die Stadt über das zu begleichende Betriebskostendefizit an den Investitionskosten beteiligt würde. Der Stadtrat folgte in der Frage der Bauherrenschaft schließlich mehrheitlich dem Verwaltungsvorschlag, gegen 12 Stimmen von SPD, Grünen und UW. In nichtöffentlicher Sitzung sollten drei potenzielle Betreiber ihre Konzepte vorstellen: die Johanniter, die AWO mit der Eltern-Kind-Initiative und der BRK-Kreisverband. Das BRK stieg allerdings aus, der Kreisverband hatte laut Geschäftsführer Alfred Braun auf das Investoren-Modell gesetzt.

Der Stadtrat vertagte die Entscheidung am Montag, bestätigte Rathaus-Pressesprecherin Maria Schuierer. Nun dürfte die Entscheidung im Hauptausschuss fallen, der erstmals seit langer Zeit wieder einmal als Ferienausschuss tagen soll.
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