Hochkarätig besetztes Bildungsforum der SPD
Gleiche Chancen für alle Kinder

Monika Kulzer, Dr. Christina Hansen, Marianne Schieder, Ursula Schroll und Oliver Kaczmarek (von links) sind sich über die Bedeutung der frühkindlichen Förderung einig. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
08.04.2016
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"Kinder dürfen nicht hinterherhinken, nur weil sie im falschen Elternhaus aufwachsen oder einen Migrationshintergrund haben." Ursula Schroll kämpft "für mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit". Beim SPD-Bildungsforum vertrat die Rektorin und BLLV-Bezirksvorsitzende aus Neumarkt die Meinung: "Unsere Kleinsten brauchen die besten Lehrer."

"Beste Bildung von Anfang an" fordert auch Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder und engagiert sich deshalb in der Initiative "Projekt Zukunft - neue Gerechtigkeit". Der frühkindlichen Bildung komme eine große Bedeutung zu, betonte die SPD-Politikerin beim Dialog-Forum am Mittwoch im Kunz-Saal der Oberpfalzhalle.

Frühe Förderung


Das Podium war hochkarätig besetzt. Professor Dr. Christina Hansen, Inhaberin des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik an der Universität Passau, machte deutlich: "Die frühkindliche Bildung beginnt bei der Geburt." Kinder, deren Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten früh gefördert würden, seien später im Vorteil. Die Hochschullehrerin wünscht sich Bildungspartnerschaften zwischen Kindergarten, Schule und Elternhaus zur Überwindung der Ungleichheit, denn: "Kinder aus bildungsnahen Familien haben siebenmal höhere Chancen für einen beruflichen und sozialen Aufstieg."

Auch die Bezirksvorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Ursula Schroll, will sich dafür einsetzen, "dass sich die soziale Schere ein Stück weit schließt." Die Rektorin der Grund- und Mittelschule Mühlhausen fordert den "verpflichtenden, kostenfreien Kindergartenbesuch für alle, damit die Kinder mit gleichen Voraussetzungen in die Schule kommen." In ihren Augen gehöre die "Bildungsfinanzierung auf den Kopf gestellt." Unten mehr Geld spare oben Kosten für spätere Reparaturmaßnahmen. Ursula Schroll vermisst ein "heilpädagogisches Konzept für die immer größer werdende Zahl von verhaltensauffälligen, überraschungsaktiven und verhaltensoriginellen Schülern." Monika Kulzer ist Leiterin des Kinderhauses St. Paulus in Reichenbach mit 20 Mitarbeiterinnen und 133 Kindern, die aus 14 Gemeinden und vier Landkreisen stammen. Sie verlangt bundesweite Standards zur frühkindlichen Förderung und möchte die Eltern stärker einbinden in ihre Arbeit. Die Kindertagesstätten müssten auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren und sich zu "Familienhäusern" weiterentwickeln.

Erziehungsberuf aufwerten


Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek setzt den Schwerpunkt auf "die Sprachförderung in den Kindertagesstätten mit hohem Ausländeranteil". Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion verlangt eine Aufwertung des Erzieherberufes, einheitliche Förderstandards und einen kindgerechten Ausbau der Krippen und Kindergärten. Der Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen plädiert für eine duale Erzieherausbildung mit Theorie und Praxis und einer Ausbildungsvergütung von Beginn an.
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