Höhere Ausgaben, aber auch Mehreinnahmen
Bei der Jugendhilfe im Soll

Die Ausgaben für unbegleitete Flüchtlinge waren deutlich höher als geplant. Allerdings bekam der Landkreis den größten Teil der Summe vom Freistaat erstattet. Bild: Götz
Politik
Schwandorf
30.11.2016
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Die tatsächlichen Kosten für die Jugendhilfe lagen in den vergangenen Jahren oft weit über dem veranschlagten Haushaltsansatz. Heuer scheint nahezu eine Punktlandung möglich: Die Zahlen bewegen sich im Rahmen des Erwarteten. Ein Trend setzt sich aber dennoch fort: Die Ausgaben steigen Jahr für Jahr.

Jugendamtsleiterin Regina Hildwein legte dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises bei dessen Sitzung am Montag die aktuellen Zahlen vor: Demnach wird der Landkreis in diesem Jahr wieder deutliche Mehrausgaben im Bereich der Jugendhilfe haben: Hildwein sprach von etwa 1,8 Millionen Euro.

Der Löwenanteil davon - rund 1,7 Millionen Euro - entfällt auf Aufwendungen für die unbegleiteten Flüchtlinge. Diese höheren Kosten sind aber durch Mehreinnahmen fast ausgeglichen: Für die Flüchtlinge bekam der Kreis Geld vom Staat in Höhe von etwa 1,6 Millionen Euro. "Bis auf die Kosten für unbegleitete Flüchtlinge haben wir im Haushalt eine Punktlandung hingelegt", kommentierte Landrat Thomas Ebeling diese Zahlen. Die höheren Ausgaben seien durch Mehreinnahmen kompensiert. Stand heute wird im Jugendhilfe-Haushalt sogar ein Plus in Höhe von rund 700 000 Euro erwirtschaftet. Das hat laut Hildwein aber nur buchungstechnische Gründe und wird am Ende in eben beschriebene Zahlen münden.

15,7 Millionen an Ausgaben


Ein Blick ins nächste Jahr: Wie Hildwein sagte, rechnet sie 2017 mit Ausgaben in Höhe von rund 15,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zu diesem Jahr. Damit liegt der Landkreis noch deutlich unter dem Plus im Freistaat: In Bayern werden die Erhöhungen bei rund 19 Prozent liegen. Dem stehen geplante Einnahmen in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro gegenüber - knapp 1,7 Millionen Euro mehr als heuer. Dadurch werden die Kosten für den Landkreis bei rund 12 Millionen relativ stabil bleiben.

Hauptursache für die Kostensteigerungen sind Ausgaben für unbegleitete Flüchtlinge. Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, den Haushaltsplan-Entwurf für die Jugendhilfe dem Kreistag mit der Empfehlung, die Mittel einzuplanen, vorzulegen. Bei der Sitzung berichtete die Leiterin des Jugendamts außerdem über die Kreistagsklausur im vergangenen Jahr und die dabei beschlossenen Vorgaben. Ein großes Thema sei das Personal gewesen. Nachdem die Jugendhilfe immer anspruchsvoller und die Fälle komplexer und kostenintensiver werden, sei Festigung der Mitarbeiter ein wichtiger Punkt, hob die Rednerin hervor.

Deshalb werden neue Mitarbeiter zum Beispiel nicht mehr sechs Wochen lang eingearbeitet, sondern mittels eines "Drei-Phasen-Coaching-Planes" über ein halbes Jahr an ihre Aufgabe herangeführt. Dieser Plan sieht die Begleitung des neuen Kollegen durch eine erfahrene Fachkraft des Sozialdienstes vor.

Neue Außenstelle?


Im kommenden Jahr stehen außerdem Überlegungen auf der Agenda, in Oberviechtach vielleicht eine Außenstelle des Jugendamts einzurichten. Das sah Hildwein mit dem Verweis auf eine Reihe von Hürden aber eher skeptisch. Sie reichen von einem möglichen Träger bis hin zu den geeigneten Räumlichkeiten und den hohen Kosten, die eine derartige Maßnahme verursachen würde.

Bis auf die Kosten für unbegleitete Flüchtlinge haben wir im Haushalt eine Punktlandung hingelegt.Landrat Thomas Ebeling
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