Informationen zur Klärschlamm-Trocknungsanlage
Filter aus Hackschnitzeln

"Die thermische Klärschlammverwertung brennt den Kommunen offensichtlich auf den Nägeln." Zitat: ZMS-Geschäftsführer Thomas Knoll
Politik
Schwandorf
03.10.2016
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Verbandsdirektor Thomas Knoll bekommt Anfragen aus ganz Bayern und schließt daraus: "Die thermische Klärschlammverwertung brennt den Kommunen offensichtlich auf den Nägeln". Bei einer Informationsveranstaltung am Freitag im ZMS-Gebäude nannte er die Eckdaten für die geplante Anlage.

Die Anlage zur Trocknung von Klärschlamm soll auf dem Gelände des Müllkraftwerkes entstehen. Bauherr ist der Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS). Baubeginn ist im August 2017, die Fertigstellung Ende 2018.

Rest wird verbrannt


Dann werden 18,5 Millionen für die Halle und die technischen Anlagen verbaut sein. Thomas Knoll wies auf die Notwendigkeit der thermischen Verwertung hin. Krankheitserreger, erbgutschädigende Stoffe, Arzneimittel und Hormonpräparate, Weichmacher, Mikroplastik und besonders Schwermetalle wie Zink, Kupfer und Quecksilber erlaubten keine weitere Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft.

Voraussetzung für eine thermische Verwertung sei eine Trocknung des Klärschlamms auf 90 Prozent Trockensubstanz. Das soll in der neuen Anlage auf dem ZMS-Gelände geschehen. Die verbleibende Trockenmasse werde im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt, das entstandene Abwasser der Verbandskläranlage Schwandorf-Wackersdorf zugeführt.

Personal vom ZMS


Den Standort auf dem ZMS-Gelände hält Thomas Knoll aus drei Gründen für geeignet: Günstige Energieversorgung aus dem Müllkraftwerk, gute verkehrstechnische Anbindung und personelle Synergien. Das Betriebs- und Instandhaltungs-Personal des ZMS überwache und warte die Anlage. Sie sei auf 50 000 Jahrestonnen mit 25-prozentiger Trockensubstanz ausgelegt, so Knoll. Bislang gehören dem "Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf" 30 Kommunen an, die jährlich rund 40 000 Tonnen Klärschlamm liefern werden. Planer Joachim Hölle erklärte die technischen Abläufe. Die Trocknung des Klärschlamms erfolge in einem geschlossenen Gebäude mit 40 mal 30 Metern Größe. 90 Grad warme Luft durchströmt den Klärschlamm, der auf einem Band in Schnüren aufgebracht ist. In Schnüren deshalb, weil der Klärschlamm mit Druck durch eine Düse gepresst wird und so eine größere Oberfläche erhält.

Die Abluft wird durch einen zweistufigen Wäscher (sauer und basisch) gereinigt und durchströmt einen nachgeschalteten Biofilter. Dieser besteht aus Hackschnitzelmaterial, das 1,6 Meter hoch aufgeschichtet ist. Darin entwickelt sich ein "biologischer Rasen" mit Bakterien, die die Reststoffe abbauen.

Auch die Hackschnitzel bauen sich langsam ab und müssen in fünf bis acht Jahren erneuert werden. Zur Anlage gehören zwei Silos zur Lagerung des Klärschlamms, der auf der Straße zur Trocknungsanlage gelangt . Thomas Knoll rechnet mit 630 Lkw-Fahrten im Jahr.

Die thermische Klärschlammverwertung brennt den Kommunen offensichtlich auf den Nägeln.ZMS-Geschäftsführer Thomas Knoll
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