Initiative sammelt Unterschriften
Begehren gegen Mastställe

Die Gegner des geplanten Hähnchenmastbetriebs in Kapflhof äußerten sich bei der Zusammenkunft im Gasthaus Baier, warum sie gegen die Anlage sind. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
08.04.2016
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Grünen-Stadträtin Marion Juniec-Möller stellt sich an die Spitze jener Bürger, die den geplanten Hähnchenmastbetrieb im Ortsteil Kapflhof ablehnen. Mit einem Bürgerbegehren will sie das Vorhaben zu Fall bringen und damit bundesweit ein Zeichen gegen Massentierhaltung setzen.

Rund 50 Gegner der Anlage kamen am Donnerstag ins Gasthaus Baier und erklärten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in der Bürgerinitiative. Sie müssen in den nächsten Wochen 2300 Unterschriften sammeln und die Listen dem Stadtrat vorlegen. Dieser entscheidet dann, nach einer rechtlichen Prüfung ob er die Ausweisung des Sondergebietes "Geflügelmast" zurücknimmt oder ein Bürgerbegehren eingeleitet wird. Der Stadtrat könnte auch ein Rastbegehren dagegen setzen.

Einsatz von Antibiotika


Marion Juniec-Möller holt sich die Organisation "Mehr Demokratie" ins Boot, "damit wir rechtlich auf der sicheren Seite sind". Mit dabei ist auch der Bund Naturschutz. Kreisvorsitzender Klaus Pöhler wies auf die Gesundheitsgefährdung durch den Einsatz von Antibiotika hin, der resistente Keime fördere. Außerdem fielen in der geplanten Anlage mit jährlich drei Millionen Tieren 9000 Tonnen Geflügelkot an.

Grünen-Stadtrat Paul Groß lehnt die Anlage aus "Tier- und Umweltschutzgründen" ab. Gabriele Hahn, Vorsitzende des Tierschutzvereins, ist grundsätzlich gegen Massentierhaltung, "weder hier noch anderswo". ÖDP-Stadtrat Alfred Damm prangerte die Exporte der Hähnchen nach Afrika an. Die dortige Landwirtschaft könne mit den Dumpingpreisen nicht konkurrieren und breche zusammen. Für Peter Fischer aus Ettmannsdorf verschwindet "das einzige grüne Idyll der Stadt, wenn die Anlage in Kapflhof gebaut wird".

Peter Eberhardt vom Tierschutzverein "Städtedreieck" und Gabi Wittleben, Markträtin in Schwarzenfeld, signalisierten Unterstützung aus der Region. ÖDP-Ortsvorsitzender Jochen Surel und Franz Langer erinnerten die Christsozialen an das "C" in ihrem Parteinamen und sahen auch im Tier ein Geschöpf Gottes, das ein artgerechtes Leben auf der Erde verdiene.

Anonymer Brief


Mit dem Bürgerbegehren will Marion Juniec-Möller beweisen, "dass der Verbraucher diese Massentierhaltung nicht will". Sie begegnete damit einem Argument der Befürworter, wonach der Kunde nach dem billigen Masthähnchen im Supermarkt verlange.

Einziger Befürworter in der Runde war UW-Stadtrat Kurt Mieschala. Er hatte einen anonymen Brief bekommen und vermutete den Schreiber in der Runde. Eine Reaktion darauf blieb aber aus.
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