Junge Union erstellt Liste mit kostenlosen WLAN-Hotspots im Landkreis
Störerhaftung als Netzbremse

Christina Pröls, Josef Roßmann, Patrik Balkie, Alexander Trinkmann, Thomas Ebeling und Bettina Bihler (von links) ermuntern die Gemeinden, mehr öffentliche WLAN-Hotspots einzurichten. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
25.05.2016
197
0

Im Landkreis gibt es derzeit 27 öffentliche WLAN-Hotspots, die einen kostenlosen Internetzugang ermöglichen. Zwölf davon befinden sich allein im Stadtgebiet von Nittenau, sechs in Neunburg vorm Wald. Andere Kommunen sind noch sehr zurückhaltend. Darunter auch die Kreisstadt.

Der Kreisgeschäftsführer der Jungen Union, Patrik Balkie (Maxhütte-Haidhof), hat die 33 Landkreisgemeinden angeschrieben. Von 14 bekam er eine Rückmeldung. Er arbeitete die Standorte der WLAN-Hotspots in die Smartphone-App "Landkreis Schwandorf Regional" ein und erleichtert den Nutzern damit die Suche nach den Plätzen für kostenlosen Internetempfang.

Kostenlos für Kommunen


Josef Roßmann von der Firma "Unipush Media GmbH" in Wackersdorf schuf im vergangenen Jahr ein digitales Schaufenster für den Landkreis. Die App "Landkreis Schwandorf Regional" bietet Gewerbetreibenden, Kommunen, Behörden und Tourismusverbänden die Möglichkeit, ihre Angebote und Veranstaltungen ins Netz zu stellen. Die Software nähert sich mittlerweile der 10 000. Installation, wie Josef Roßmann bestätigte. Mit 300 aktuellen Veranstaltungen und 500 Sehenswürdigkeiten gehöre die Anwendersoftware zu den regionalen Apps mit der größten Reichweite. "Pro Tag nutzen sie bis zu 2000 Personen", registriert Roßmann.

"Der Landkreis ist mit dieser App Vorreiter in der Oberpfalz", machte Landrat Thomas Ebeling deutlich. Sein Dank galt der Jungen Union für die Aufwertung der Landkreis-App, die nun auch eine Orientierungshilfe auch in Sachen "WLAN-Hotspots" biete. Zwei Hotspots bekommt jede Kommune kostenlos vom Freistaat finanziert. Dennoch sind immer noch viele Gemeinden zurückhaltend. Landrat Thomas Ebeling erklärt dies mit mangelnder Rechtssicherheit und ungeklärten Fragen zur Störerhaftung.

Neues Gesetz ab Herbst


Der Stadtrat Schwandorf beispielsweise hat sich bereits mit dem Angebot der Freifunk-Initiative beschäftigt, ist der Idee dann aber doch nicht näher getreten. Grund: die Störerhaftung. Der Bund ringt um eine Lösung. Eine entsprechende Änderung des Telemediengesetzes ist in Arbeit und könnte bereits im Herbst in Kraft treten. Störerhaftung bedeutet, dass der Betreiber eines offenen WLAN dafür eintreten muss, wenn ein Nutzer Verbotenes im Netz treibt, also etwa urheberrechtlich geschütztes Material wie Filme oder Musik von Filesharing-Plattformen herunterlädt oder verbreitet.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.