Keine Musik, keine Polemik: Einige Politveranstaltungen fallen aus, in anderen fehlen aus ...
Aschermittwoch mit gebremster Schaumkraft

SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch aus Waidhaus (Landkreis Neustadt; rechts) ließ in Nabburg seine Aschermittwoch-Rede in der Tasche und genoss den Käse. Aber ein paar Worte verlor er dann doch noch, etwa über die AfD: "Ein Monster." Bild: Dobler
Politik
Schwandorf
11.02.2016
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Die scharfzüngige politische Rede samt Musik und "Mia-san-mia"-Tamtam, die am Aschermittwoch traditionell gepflegt wird, wollte heuer pausieren - aus Pietätsgründen. So wirkte sich das Bad-Aiblinger-Zugunglück auch auf die Szene im Raum Schwandorf aus. Einige Veranstaltungen wurden gar abgesagt.

"Politische Reden und Geselligkeit muss man an so einem Tag einmal aussetzen", sagte Wackersdorfs Bürgermeister Thomas Falter, gleichzeitig Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes. Bei den Wackersdorfern sollte Landrat Thomas Ebeling sprechen und wie seit Jahren die "Gebrüder Urban" für die Musik sorgen. Die Veranstaltung fiel aus.

Das gleiche galt für den ÖDP-Kreisverband. Der hatte Landesvorsitzenden Klaus Mrasek als Redner gewinnen können. Nachdem der Landesverband seinen "Politischen Aschermittwoch" in Landshut unter dem Eindruck des Zugunglücks in Bad Aibling abgesagt hatte, gab auch Kreisvorsitzender Alfred Damm die Veranstaltung in der Ettmannsdorfer Ziegelhütte ab. "Wir sind in unseren Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Niemand kann nach diesem tragischen Unglück eine politische Rede halten", erklärte ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek in einer Pressemitteilung.

Die Schwandorfer SPD hat sich nach einer Mitteilung von Stadtverbandsvorsitzendem Andreas Weinmann dazu entschieden, den Politischen Aschermittwoch in der Fischerhütte "in reduziertem, den Geschehnissen angemessenem Rahmen" stattfinden zu lassen. Dort sprach am Abend Altlandrat und Bezirksrat Volker Liedtke. "Ungeachtet dessen gilt unser Mitgefühl den Betroffenen des tragischen Unglücksfalls und ihren Angehörigen," teilte Andreas Weinmann mit.

Mit dieser Formel konnten sich viele Akteure im Landkreis identifizieren. So fanden landauf, landab, Veranstaltungen mit gebremster Schaumkraft statt. Bei der Neukirchener CSU zum Beispiel hat der Schwandorfer Oberbürgermeister Andreas Feller auf größere Reden verzichtet und stattdessen über die Entwicklung der Stadt gesprochen. Ähnlich hielt es Landrat Thomas Ebeling im Leonberger St. Clemens-Haus.

Bei der Nabburger SPD sollte der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch ins politische Horn stoßen. Darauf hat er gestern überwiegendverzichtet. "Es wird nur ein gemeinsames Essen geben", kündigte Kreisvorsitzende Evi Thanheiser an. Parlamentskollegin Marianne Schieder ergriff in Teublitz das Wort. "Aber auch bei uns gibt es keine Musik und keine große Polemik", schwamm sie auf der allgemeinen Line mit. Am wenigsten Probleme aber hatte der Grünen-Kreisverband Schwandorf mit der neuen Zurückhaltung: Die Ökologen hatten sowieso keine Aschermittwoch-Veranstaltung geplant, da musste man nicht umplanen.
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