Kiesabbau: Viele offene Fragen

Der Kiesabbau südlich des Klausensees soll ausgebaut werden. Die Stadt verlangt vorher eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Bild: Steinbacher
Politik
Schwandorf
02.04.2016
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Der Kiesabbau zwischen Klausensee und Klardorf soll erweitert werden. Die Anwohner befürchten steigende Grundwasserspiegel. Die Stadt verlangt weitere Unterlagen.

Die elf Hektar Wald sind ein Hebel, an dem das Rathaus nun ansetzt: Nach Ansicht der Stadtplanung besteht nämlich wegen der Größe der Rodung die Pflicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Die würde alle Schutzgüter umfassen und tiefgreifende Erkenntnisse darüber bringen, was ein weiteter Abbau auslöst. Denn die Klardorfer befürchten, dass der Grundwasserspiegel weiter ansteigt. Schon jetzt haben die Anlieger immer wieder Wasser im Keller und führen das auf den Kiesabbau zurück. In der Regel, so heißt es auch in einer Stellungnahme der Stadt, führt ein sich bildender See oberstromig zu einer Absenkung, unterstromig zu einer Erhöhung des Grundwasserspiegels. Klardorf liegt "unterstromig", das Grundwasser zieht südwestlich Richtung Naab.

Belege dafür, dass der Abbau für die Nassen Keller verantwortlich ist, gibt es zwar offenbar nicht, allerdings bemängelt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme, dass die Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel in den Planungen "nur sehr kurz" abgehandelt würden. "Die Auswirkungen auf das Grundwasser sind aufgrund der Gegebenheiten zwar als gering einzuschätzen, ein wirklicher Beleg (...) fehlt jedoch", schreibt die Verwaltung in ihrem Fazit. Außerdem sieht die Stadt das Gebiet rund um den Klausensee als Potenzialfläche für Freizeit, Sport und Naherholung und will deshalb eine hochwertige Rekultivierung erreichen. Ein entsprechendes Konzept ist in Arbeit.

Wegen der fehlenden Unterlagen fällte der Planungsausschuss keine Entscheidung. Auch das bereits angelaufene Auslegungsverfahren ruht, bis die Untersuchungen nachgereicht sind. Erst dann werden die Pläne öffentlich erneut ausgelegt und Anlieger und Betroffene können Stellung beziehen. Ungeachtet dessen bietet die SPD am Montag, 4. April, um 19 Uhr im Turmrestaurant Obermeier in Klardorf eine Informationsveranstaltung zu dem Thema an. Vertreter der Stadt und des Bund Naturschutz werden Stellung beziehen.
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