Kreistag zu Stellungnahme aufgefordert
Schulstreit: Regierung am Zug

Das Regental-Gymnasium Nittenau besuchen derzeit rund 140 Schüler aus dem benachbarten Landkreis Regensburg. Dort soll das Gymnasium Lappersdorf erweitert werden. Deshalb befürchtet der Kreistag, dass das Nittenauer Gymnasium dann Schüler verlieren könnte. Archivbild: Götz
Politik
Schwandorf
15.02.2016
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Die geplante Erweiterung des Gymnasiums Lappersdorf (Kreis Regensburg) bereitet dem Landkreis Schwandorf Sorge: Befürchtet wird, dass Burglengenfeld und Nittenau Schüler verlieren könnten. Nun gibt's ein Anhörungsverfahren der Regierung.

Swandorf. (ch) Die Erweiterungspläne im Nachbarlandkreis treiben den Kreistag schon weit über ein Jahr um. Beabsichtigt ist, die Schule in Lappersdorf 3,5-zügig zu führen, das haben die Regensburger Kreisräte im Juni 2015 so beschlossen. Gegenüber den ursprünglichen Planungen war das eine leichte Verkleinerung, zunächst war von einem vierzügigen Ausbau ausgegangen worden. Trotz der Verkleinerung sah sich der er Kreistag im Dezember 2015 nicht im Stande, den Regensburger Plänen grünes Licht zu geben.

Keine Einigung erzielt


Die Befürchtung: Bei einer Erweiterung in Lappersdorf könnten die Gymnasien in Burglengenfeld und Nittenau Gastschüler aus dem nördlichen Landkreis Regensburg verlieren. Auch in diversen Gesprächen und einem Briefwechsel zwischen Thomas Ebeling (CSU) und seiner Regensburger Kollegin Tanja Schweiger (FW ) ließen sich keine Einigung erzielen.

Nun wird die Regierung der Oberpfalz entscheiden. Sie hat vor wenigen Tagen ein offizielles Anhörungsverfahren eröffnet. Die Landkreise Schwandorf und Regensburg, die Stadt Regensburg und der Ministerialbeauftragte für Gymnasien seien im Rahmen der landesplanerischen Überprüfung aufgefordert, bis Ende Februar 2016 ihre Stellungnahme zu möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf die Erfordernisse der Raumordnung an die Regierung der Oberpfalz zu senden, teilte die Regierung mit. Auslöser ist der offizielle Antrag des Landkreises Regensburg vom 1. Februar 2016 auf schulrechtliche Genehmigung des Erweiterungsbaus am Gymnasium in Lappersdorf.

Thema im Kreistag


"Der Kreistag wird am Montag seine offizielle Stellungnahme abgeben," sagte der Pressesprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl. Bei einem Gespräch bei der Regierung Mitte Januar sei dieses weitere Vorgehen abgesprochen worden. Die Entscheidung des Schwandorfer Gremiums im Dezember, nochmal auf Verhandlungen zu setzen, sei von den Nachbarn als Absage gewertet worden, sagte Prechtl.

Gegenüber einem Vorentwurf waren die geplanten Flächen in Lappersdorf noch einmal gewachsen, dort sollen Kursräume für die dortige Volkshochschule entstehen. Das weckte den Argwohn in Schwandorf - die Kursräume könnten auch für die Schule genutzt werden.

Die Kreisverwaltungen in Schwandorf und Regensburg hatten im Vorfeld versucht abzuklären, ob die Baumaßnahme negative Folgen für die benachbarten Gymnasien in Burglengenfeld und Nittenau im Landkreis Schwandorf haben könnte. Dort werden nach aktuellen Zahlen 370 Gastschüler aus dem nördlichen Landkreis Regensburg beschult: 230 in Burglengenfeld, 140 in Nittenau.

In einem Gespräch, das mit den Schulleitungen beim Ministerialbeauftragten für die Gymnasien stattfand, standen die fachliche Abgrenzung der Schulen zueinander, die mögliche Einführung neuer Fachrichtungen und die Frage nach Ganztagsangeboten im Vordergrund, mit denen sich eine Schule zulasten der Anderen verstärkt profilieren könnte. Am 29. Oktober hatte das Landratsamt Regensburg den Kollegen in Schwandorf die Planentwürfe für die Erweiterung zur Verfügung gestellt.

Zweifel nicht ausgeräumt


In der Kreistags-Sitzung im Dezember deutete Landrat Thomas Ebeling an, dass auch er den Eindruck habe, dass auf Regensburger Seite versucht wird, "dass es bis zu einem gewissen Grad immer mehr wird". Die Zweifel an der Beeinträchtigung der Schulstandorte Burglengenfeld und Nittenau seien nicht ausgeräumt, hatte CSU-Fraktionssprecher Alexander Flierl im Kreistags betont und daran erinnert, dass in beide Schulen viel Geld investiert worden sei.

Hohe Investitionen


Allein ins Regental-Gymnasium in Nittenau wurden in den vergangenen Jahren zehn Millionen Euro gesteckt. Hinzu kommt der Landkreisanteil für die benachbarte Regentalhalle (Dreifachturnhalle), die ohne die damals prognostizierte Belegung des Gymnasiums wohl so nicht gebaut worden wäre.

Nun liegt der Antrag des Landkreises Regensburg auf dem Tisch der Regierung. Er sieht eine räumliche Erweiterung des Gymnasiums Lappersdorf in Richtung 3,5-Zügigkeit vor. Dazu sei ein Erweiterungsanbau mit einer Hauptnutzfläche von 633 Quadratmetern im unmittelbaren Anschluss an das bestehende Gebäude vorgesehen, teilte die Regierung mit. Der Schwandorfer Kreistag wird seine Stellungnahme dazu am Montag beschließen. Die Beschlussvorlage wird derzeit noch erarbeitet.

Die Regierung der Oberpfalz wird dann die Stellungnahmen aller Beteiligter sorgfältig prüfen und bewerten und danach zeitnah eine Entscheidung über den Antrag treffen.
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