Landkreis steuert einen Kurs der Schuldenreduzierung
Schuldenabbau bleibt Gebot der Stunde

Politik
Schwandorf
18.03.2016
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Wenn Kreiskämmerer Michael Neckermann über Finanzdaten des Landkreises referiert und bei einer Power-Point-Präsentation zur Seite mit der Schuldenübersicht kommt, so spricht er von seiner "momentanen Lieblingsfolie". Das zeigt: Die Entwicklung erfreut ihn, darüber redet er gerne. Denn der Kreis hat es drei Jahre hintereinander geschafft, seine Verbindlichkeiten zu senken - Tendenz weiter fallend. Stand Ende 2012 noch die Rekordverschuldung von 39,2 Millionen Euro zu Buche, so gelang danach die Trendumkehr: 2013 noch 37,2 Millionen, 2014 dann 34,9 Millionen und 2015 nur mehr 32,5 Millionen Euro.

Nicht mehr lange "spitze"


Das unterstrich der Finanzchef, als er dem Kreisausschuss die Jahresrechnung 2015 präsentierte. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung der Landkreisbürger jetzt bei 227 Euro und folglich leicht unter dem Landesdurchschnitt von 243 Euro.

Schwandorf ist allerdings immer noch der Oberpfälzer Landkreis mit den höchsten Schulden. Mittlerweile herrscht aber auch die Zuversicht, an dieser unrühmlichen Spitzenposition bald abgelöst zu werden. Regensburg plant heuer dem Vernehmen nach eine Neuverschuldung und könnte damit dann Schwandorf überholen, das am Jahresende 2016 bei rund 30 Millionen Euro angekommen sein möchte. Am besten, mit den niedrigsten Schulden, stehen immer noch Neumarkt und Amberg-Sulzbach da.

Zuwachs in der Rücklage


Im vergangenen Jahr schaffte es der Landkreis, in seinem Vermögenshaushalt einen Soll-Überschuss in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro zu erwirtschaften. Ihn führte er der allgemeinen Rücklage zu, die sich somit auf 5,4 Millionen Euro erhöhte. Sie liegt damit deutlich über der notwendigen Mindestrücklage, die rund eine Million Euro beträgt. Zusätzlich schuf der Kreis eine Sonderrücklage zum Ausgleich von Gebührenschwankungen in der Abfallwirtschaft; sie ist mit 3,9 Millionen Euro angefüllt.

"Der Haushaltsplan 2015 entwickelte sich positiver als ursprünglich geplant", freute sich der Kämmerer, sah aber keinen Grund für Übermut. Der finanzielle Spielraum sei angesichts der Schuldensumme weiterhin begrenzt. "Der Schuldenabbau muss als vorrangige Zielsetzung für die nächsten Haushaltsjahre bestehen bleiben", gab er den Kreisräten einen roten Faden mit auf den Weg.
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