Landkreis verstärkt seine Investitionen

Die Sanierung und Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums an der Glätzlstraße in Schwandorf bleibt auch in diesem Jahr die größte Hochbaustelle des Landkreises. Hier stehen inzwischen der zweite Neubautrakt (rechts) und die neue Altbau-Verbindung (links) im Rohbau. Bild: rid
Politik
Schwandorf
15.01.2016
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Die Investitionen in die Bildung erzeugen auch in diesem Jahr einen finanztechnischen Schwerpunkt beim Landkreis. Trotz aller Herausforderungen: Der Kämmerer blickt mit Zuversicht einem weiteren Schuldenabbau entgegen.

Um die Jahreswende sammelt die Kreiskämmerei alljährlich die Eckdaten und gibt einen Ausblick auf das neue Haushaltsjahr. Die wirtschaftliche Ausgangslage wirkt dieses Mal beruhigend: Die Arbeitslosenquote liegt im Kreis unter drei Prozent, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bewegt sich mit über 58 000 auf Rekordniveau, die Steuern sprudeln, und die Finanzsituation der Kommunen ist zum größten Teil entspannt. Daraus schöpft der Kreis das Potenzial, um bei seinen eigenen Investitionen 2016 sogar einen Höchststand von 13,5 Millionen Euro (2015: 12,8 Millionen) anstreben zu können.

Schwerpunkt Schwandorf


Bei den fremdbestimmten Ausgaben stehen die Zahlungen an den Bezirk an vorderster Stelle. Die abzuführende Umlage beträgt voraussichtlich über 26 Millionen Euro. Einen neuen Rekord erreicht der gesetzliche Eigenanteil für die Sozial- und Jugendhilfe. Er summiert sich auf über 19 Millionen Euro. Steigende Fallzahlen, eine größere Fallschwere und höhere Fallpreise werden wohl ausschlaggebend dafür sein, dass der Zuschussbedarf in der Jugendhilfe ansteigt. Mit 1,1 Millionen Euro oder 10,3 Prozent mehr rechnet Kämmerer Michael Neckermann. Er gibt an dieser Stelle zu bedenken: Seit 2010 hat sich der Anteil des Kreises um 7,0 Millionen oder 137 Prozent erhöht.

Der Verkauf der Kreiskrankenhäuser gilt jetzt als abgewickelt. Ab 2016 muss der Landkreis nur noch den vereinbarten Betriebskostenzuschuss für das Krankenhaus Oberviechtach leisten. Er macht jährlich 300 000 Euro aus.

Auf dem Bausektor gibt der Kreis heuer rund 10,9 Millionen aus. Von den 7,7 Millionen für den Hochbau fließen allein 7,1 Millionen Euro in die kreiseigenen Schulen. Als Schwerpunkte gelten das Berufliche Schulzentrum in Schwandorf und die Naabtal-Realschule in Nabburg mit zusammen etwa 4,9 Millionen Euro. Mit der Realschule in Burglengenfeld kommt eine dritte Großbaustelle dazu. Der Investitionsschwerpunkt liegt in Schwandorf: 50,5 Prozent der Hochbau-Gelder werden in der Großen Kreisstadt eingesetzt, 24,5 Prozent in Nabburg, 11 Prozent in Burglengenfeld und 6,0 Prozent in Neunburg vorm Wald.

Viertes Jahr der Entschuldung


3,2 Millionen sind für den Tiefbau einkalkuliert. Bei den laufenden Maßnahmen stehen die Fertigstellung oder Abfinanzierung der SAD 30 zwischen Köttlitz und Söllitz, der SAD 40 zwischen SAD 37 und Häuslern, der SAD 42/Kreuzung Staatsstraße 2159 mit Errichtung einer Ampelanlage in Oberviechtach, der SAD 43 auf der Ortsdurchfahrt von Kühried, der SAD 45 zwischen Mitter- und Oberlangau sowie der SAD 48 auf der Ortsdurchfahrt von Kröblitz an. Als neue Maßnahmen sollen die SAD 27 zwischen Lissenthan und Diepoltshof sowie die SAD 47 zwischen Kulz und B 22 zur Baureife gebracht werden. Für den Straßenbau rechnet man mit Zuschüssen in Höhe von 1,6 Millionen, für den Schulbau mit 2,7 Millionen Euro.

Was die Verschuldung anbetrifft, befindet sich der Landkreis auf einem guten Weg. In der Spitze steckte er Ende 2012 mit 39,2 Millionen Euro in den Miesen. In den drei folgenden Jahren gelang eine kontinuierliche Absenkung auf 32,5 Millionen Euro. Sie soll sich auch im Jahr 2016 fortsetzen. Der Kämmerer rechnet damit, dass sich die Schulden in zwölf Monaten bei ungefähr 30,1 Millionen Euro einpendeln werden.

Entwicklung der UmlagekraftDer Kreis profitiert von starken Kommunen. 28 seiner 33 Städte und Gemeinden verzeichnen heuer eine steigende Umlagekraft. Den größten Anstieg meldet die Stadt Maxhütte-Haidhof mit stattlichen 73 Prozent. Die Umlagekraft der Großen Kreisstadt Schwandorf und ihrer Nachbargemeinde Wackersdorf beträgt zusammen etwa 29 Prozent des gesamten Potenzials. Das Städtedreieck, bestehend aus Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz, steuert 20 Prozent bei. Die "oberen" vier Kommunen an der Naabachse - Wernberg-Köblitz, Pfreimd, Nabburg und Schwarzenfeld - erbringen zusammen 16 Prozent der Rekordeinnahmen. Und die beiden Städte Neunburg vorm Wald und Nittenau registrieren jeweils auch Höchststände und tragen miteinander 12 Prozent bei.

Bei drei Kommunen - Schwandorf, Steinberg am See und Neukirchen-Balbini - hat sich die Umlagekraft sogar fünfmal in Folge positiv entwickelt. Im Minus liegen in diesem Jahr nur Teunz, Trausnitz, Burglengenfeld, Wackersdorf und Bruck. (am)


SchülerrückgangDie Schülerzahlen befinden sich im ganzen Landkreis im Sinken. Auffällig und überdurchschnittlich stark ist der Rückgang an den drei weiterführenden Schulen in der Großen Kreisstadt. Am Gauß-Gymnasium beträgt er in Relation zum Vorjahr 5,7 Prozent, an der Mädchen-Realschule sogar 9,4 Prozent und an der Konrad-Max-Kunz-Realschule 9,2 Prozent. Die Schwandorfer Schulen haben einen sehr geringen Gastschüleranteil, also kaum Schüler aus einem angrenzenden Landkreis. (am)
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