Machbarkeitsstudie im Landkreis-Bauausschuss
Radwege auf dem Prüfstand

Ein Radweg zwischen Münchshofen und Bubach würde grob geschätzt zwischen 650 000 und 700 000 Euro kosten. Der Landkreis-Bauausschuss sprach sich dafür aus, das Projekt weiterzuverfolgen und nun mit den betreffenden Kommunen Gespräche zu führen. Bild: Tietz
Politik
Schwandorf
18.05.2017
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Mehr Radwege entlang von Kreisstraßen: Das fordert die SPD-Kreistagsfraktion. Sie stellte deshalb im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag. In einer Machbarkeitsstudie wurden die betreffenden Strecken nun genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse reichten von machbar bis fast utopisch - weil kaum bezahlbar.

Die Tiefbauabteilung des Landkreises in Person von Friedrich Fleischmann beschäftigte sich konkret mit den von den Sozialdemokraten als vordringlich erachteten Strecken. Diese verlaufen entlang der Kreisstraßen von Münchshofen über Bubach nach Klardorf und von Teublitz nach Bruck. Im Vordergrund der Untersuchung stand neben der generellen Machbarkeit eines Radwegs eine grobe Kostenschätzung. Bei der Sitzung des Landkreis-Bauausschusses stellte Fleischmann das Ergebnis vor.

Zunächst ging es um einen etwa 1700 Meter langen Abschnitt zwischen Münchshofen (Stadt Teublitz) und Bubach (Stadt Schwandorf). Ein Radweg müsste wegen des nahen Münchshofer Berges auf knapp der Hälfte der Strecke auf die andere Straßenseite wechseln. Möglich wäre es außerdem, etwa auf halber Strecke stattdessen einen asphaltierten Flurweg, der in einem großen Bogen nach Bubach führt, zu nutzen. Im Bauausschuss herrschte aber die mehrheitliche Meinung, einen Radweg möglichst direkt entlang der Kreisstraße zu führen. Die Kosten liegen laut einer Schätzung Fleischmanns zwischen 650 000 und 700 000 Euro.

Projekt weiterverfolgen


Landrat Thomas Ebeling erinnerte an eine Richtlinie, die der Kreistag im Jahr 2001 beschlossen hat (siehe grüner Kasten). Würde der überregional bedeutende Radweg gebaut, wären in der Folge auch die Städte Schwandorf und Teublitz kostenmäßig im Boot: Auf sie würde die Baulast übergehen. Deshalb regte der Landrat zunächst ein Gespräch mit den Kommunen an. Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium, das Projekt bei dieser Summe und einer entsprechenden Förderung weiterzuverfolgen. Differenzierter zu betrachten wäre der anschließende Abschnitt zwischen Bubach und Klardorf: Relativ unproblematisch ließe sich die erste Etappe bis zur Abzweigung nach Wiefelsdorf umsetzen. Hier müssten etwa 450 Meter Radweg für 200 000 bis 250 000 Euro gebaut werden. Der Bauausschuss war der Ansicht, dass auch dieses Projekt durchaus sinnvoll wäre und beschloss einstimmig, Gespräche mit der Stadt Schwandorf zu führen. Anders stellt sich die Situation im weiteren Verlauf bis zum Kreisverkehr bei Klardorf dar: Mit rund fünf Millionen Euro würde der Radwegebau zu Buche schlagen. Den Kostenrahmen sprengen vor allem zwei neue Naabbrücken, die für den Weg nötig wären. Deshalb beschloss das Gremium einstimmig, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen.

Die Verbindung zwischen Teublitz und Bruck hätte eine Gesamtlänge von rund 16 Kilometern. Die Kosten für den Bau schätzte Fleischmann auf über acht Millionen Euro. "Bei Grundkosten von 8,1 Millionen Euro sollte man sehr genau überlegen, ob man das machen will", gab Landrat Thomas Ebeling angesichts dieser Summe zu bedenken. "Zu teuer", befand auch der Bauausschuss. Dies vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass es eine Radweg-Verbindung von Teublitz nach Bruck über den "Marienthal-Radweg" und Stefling bereits gibt - nur nicht entlang der Straße.

Noch Gespräche nötig


Karl Bley (SPD) plädierte dafür, das Projekt nicht gleich ganz zu begraben, sondern vielleicht zumindest in Teilstücken zu verwirklichen. Konkret schwebte ihm der Abschnitt zwischen Bruck und Fischbach vor. Dann hätte der Radweg einen Anschluss an die Staatsstraße 2145 und damit auch an den Touristenmagneten Steinberger See. Unklar ist allerdings, ob der Freistaat beabsichtigt, auf dieser Verbindung einen Radweg zu bauen. Das sollen nun Gespräche mit dem Straßenbauamt zutage fördern. Nachdem der Landkreis Cham die Kosten nach einem anderen Schlüssel verteilt, sollen auch mit Vertretern des Nachbarlandkreises Unterhaltungen geführt werden. Darauf verständigte sich der Bauausschuss. Wenn die Ergebnisse vorliegen, soll eine endgültige Entscheidung getroffen werden.

Bei Grundkosten von 8,1 Millionen Euro sollte man sehr genau überlegen, ob man das machen will.Landrat Thomas Ebeling


Die Richtlinie aus dem Jahr 2001Der Kreistag beschloss im Jahr 2001, dass der Landkreis die Planung und die Bauleitung bei Radwegen übernimmt, wenn sie überwiegend von örtlichem Interesse sind und von der örtlichen Bevölkerung genutzt werden. In die Zuständigkeit der jeweiligen Kommune fällt die Finanzierung des Baus und die Baulast nach der Fertigstellung. Bei Geh- und Radwegen, die eine überregionale Bedeutung haben, wickelt der Landkreis die Baumaßnahme ab. Erst, wenn der Radweg fertiggestellt ist, übernimmt die jeweilige Gemeinde die Baulast. (tib)
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