Minister Söder als Festredner beim CSU-Jubiläum
Bayern, ganz vorn

Dr. Markus Söder (links) traf mit seiner Rede den Nerv der über 400 Gäste im Gosl-Stodl. Die CSU- Ortsverbände Schwandorf und Klardorf feierten dort mit dem Finanz- und Heimatminister als Festredner das 70-jährige Bestehen. Bilder: Götz (2)
Politik
Schwandorf
30.09.2016
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"Jedem, der zu uns kommt, muss klar sein: Er muss sich nach unseren Sitten und Gebräuchen richten, und nicht umgekehrt." Zitat: Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder

Der Defiliermarsch gehört dem Ministerpräsidenten, laut Protokoll. Damit nehmen es die Schwandorfer und Klardorfer nicht so genau, für Markus Söder erklingt er auch. Damit komme er emotional zurecht, sagt der Heimatminister am Freitag Abend. Nach einem bestimmten höheren Amt strebt er aber nicht.

Es ist angerichtet im Gosl-Stodl in Klardorf, die CSU-Ortsverbände Schwandorf und Klardorf feiern gemeinsam das 70-jährige Bestehen. Die Schirmherren Landrat Thomas Ebeling und OB Andreas Feller halten sich ans Protokoll und fassen sich kurz, auch MdB Karl Holmeier und MdL Alexander Flierl. Schließlich wartet alles, inklusive der Ortsvorsitzenden Martina Englhardt-Kopf (Schwandorf) und Thomas Schmid (Klardorf), auf eine "fulminante Rede" Söders. Die über 400 Gäste werden nicht enttäuscht.

Ein kleines Bonmot zu MdL a.D. Otto Zeitler, ein Lob für den Kollegen Alexander Flierl, die Gratulation an die CSU-Mitglieder, die die Partei zusammenhalten: Der Staatsminister für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat trifft sofort den Ton, den die Parteifreunde im Saal erwarten. "Europa ist stabil, weil es Deutschland gibt. Und Deutschland ist stabil, weil es Bayern gibt." Das ist das Credo der CSU, die MdB Karl Holmeier zuvor als "erfolgreichste Partei wahrscheinlich auf der ganzen Welt" pries. Man dürfe auch dankbar dafür sein, dass es "uns hier so gut geht", sagt der Minister. Zurücklehnen also?

Nicht mit Söder. Gerade jetzt stehe Deutschland an einem Scheitelpunkt der Geschichte, stellten sich viele Menschen die Frage, wohin sich das Land entwickelt. Natürlich: Die Flüchtlingsfrage. Der Freistaat habe zusammen mit Kirchen und Ehrenamtlichen großes bei der Integration geleistet. "Wir helfen gerne. Aber wir können nicht die ganze Welt aufnehmen", betont Söder unter dem Applaus der Zuhörer. Und: Wenn es in der Heimat der Flüchtlinge wieder friedlich sei, müsse man ihnen "die Chance geben, ihre Länder wieder aufzubauen". Bei allem auch finanziellen Einsatz für die Integration "darf die einheimische Bevölkerung nicht vergessen werden".

Nur geflüstert


Das "Modell Schengen", das auf Kontrollen an den Binnengrenzen verzichtet, dafür die Außengrenzen besonders sichern soll, war aus Söders Sicht mit Blick nicht nur auf Griechenland optimistisch. "Ungarn und Mazedonien sollten wir nicht angreifen. Wir sollten den Ländern dankbar sein, dass sie Aufgaben übernommen haben, die wir selber hätten leisten müssen." Wirksame Grenzkontrollen sind für Söder Pflicht. Die Aufgriffe während der Kontrollen beim G-7-Gipfel seien Beleg dafür. Auch wenn Söder den Begriff "Leitkultur" dann nur flüstert, die Forderung stellt er laut in den Raum: "Jedem, der zu uns kommt, muss klar sein: Er muss sich nach unseren Sitten und Gebräuchen richten, und nicht umgekehrt". Freiheit, Recht und Ordnung seien nicht relativierbar. "No-Go-Areale und multikulturelle Parallel-Gesellschaften werden wir nicht dulden", betont Söder. "Wer die Burka unbedingt tragen will, der muss das nicht bei uns tun." Die Koalition habe auch auf Drängen der CSU Gesetze verschärft und verbessert, manches aber "immer ein bissl zu spät und ein bissl zu wenig". Und auch die Kanzlerin spreche mittlerweile von Fehlern oder der ein- oder anderen Fehleinschätzung. "Dann muss der Söder Kanzler werden", schallt es aus dem Saal. Das weist der Minister dann doch zurück: "Da gibt es spannendere Ämter. Präsident des 1. FC Nürnberg zum Beispiel."

Gesichertes Wertegerüst


"Vernünftig und anständig im Ton", so gelte es, Vertrauen zurück zu gewinnen. "Ich will keine Alternative für Deutschland, ich will die CSU", sagt Söder und verbindet damit den Einsatz für die Menschen vor Ort, den die CSU zeige. "Ihre Sorgen sind unsere Sorgen": Da ist der Heimatminister wieder ganz in seinem Element. Die Weichen für Bayern richtig zu stellen, sei der CSU in den zurückliegenden Jahrzehnten auf allen politischen Ebenen gut gelungen, aufbauend auf einem gesicherten Wertegerüst. Die Zukunft des Freistaats entscheide sich eben nicht am Münchner Marienplatz, sondern im ländlichen Raum. Deshalb werde hier auch investiert. "Es kommt drauf an, dass Deutschland Deutschland bleibt", sagt Söder nach rund einer Stunde zum Abschluss unter großem Applaus, "und Bayern ganz vorn".

Jedem, der zu uns kommt, muss klar sein: Er muss sich nach unseren Sitten und Gebräuchen richten, und nicht umgekehrt.Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder
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