Neue Wege gehen: CSU-Landwirte lassen sich auf zwei Höfen informieren
Sojabohnen als Anbau-Alternative

80 000 Euro investierte der Familienbetrieb Gradl in Irrenlohe in seine Toast-Anlage für Sojabohnen. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
16.08.2016
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Schwarzenfeld/Schwandorf. "Wenn's die Milch nicht mehr macht!" Die Landwirte im Landkreis suchen nach alternativen Einnahmequellen und gehen dabei ungewöhnliche Wege. Das zeigen die Beispiele von Christian Gradl und Thomas Kopf, die Sojabohnen anbauen und sie zu Kraftfutter und Öl verarbeiten. Die CSU-Arbeitsgemeinschaft "Landwirtschaft" bietet ihren 60 Mitgliedern im Landkreis regelmäßig einen Informationsaustausch. Dieses Mal vereinbarte Vorsitzende Barbara Ruhland einen Termin auf dem Betrieb Gradl in Irrenlohe (Markt Schwarzenfeld).

Der 32-jährige Landwirtschaftsmeister und Agrarbetriebswirt Christian Gradl hat vor drei Jahren mit dem Sojaanbau begonnen und sagt heute: "Es hat von Anfang an funktioniert". Obwohl der Landkreis Schwandorf "klimatisch gesehen eine Grenzregion" ist, wie Reinhold Witt betont. Die Hülsenfrucht benötige nämlich ausreichend Wärme und Feuchtigkeit, weiß der Leiter des Landwirtschaftsamtes. Im vergangenen Jahr bekamen die Landwirte die Folgen der Trockenheit zu spüren: "Da hatten wir eine schlechte Ernte", bestätigte Christian Gradl.

Wachsende Flächen


Trotz der Risiken steigt der Soja-Anbau im Landkreis. 13 Landwirte haben sich mittlerweile dazu entschlossen und bauen 55 Hektar an, wie Reinhold Witt bestätigte. Er sieht in der Sojabohne einen Baustein der Leguminosen-Familie. Ihr Vorteil: Die Hülsenfrüchte binden den Stickstoff aus der Luft, sind damit unabhängig von einem externen Stickstoffdünger und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Humusaufbau. Wer im Rahmen des "Greenings" Umweltleistungen erbringt, kann außerdem mit Direktzahlungen aus den staatlichen Förderprogrammen rechnen.

So wie Christian Gradl, der in seine Toast-Anlage für Sojabohnen 80 000 Euro investiert hat. Die mechanische Ölpresse verarbeitet die Sojabohnen zu Kraftfutter und Öl. Für den Sojakuchen findet er reißenden Absatz, für das Sojaöl sucht er "noch einen Markt". Acht Hektar Sojabohnen baut der Milchviehbetrieb Gradl in Irrenlohe an und verwertet einen Teil des Kraftfutters selbst, den Rest verkauft er. Gradl bietet mit seiner Presse auch Lohnarbeit an. Wer seine Ernteerträge bringt, kann den "Kuchen" und das Öl gleich mitnehmen.

Vor vier Jahren begann auch Thomas Kopf in Irlaching (Stadt Schwandorf) mit dem Anbau von Sojabohnen und hat ihn mittlerweile auf sechs Hektar erweitert. Er hat sich eine "klimatisch günstige Ecke" ausgesucht, wie sich die Besucher überzeugen konnten. Im Sojaanbau sieht der Nebenerwerbslandwirt eine Alternative zum Getreide, das großen Preisschwankungen unterliege.
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