ÖDP fordert Zusammenlegung der Stromtrassen
Kleiner Umweg, große Wirkung

Der Stadtteil Büchelkühn grenzt unmittelbar an das Umspannwerk Dachelhofen. Die Stromtrassen laufen entsprechend dicht an der Wohnbebauung, überspannen sie teilweise. Das will die ÖDP ändern. Bild: Steinbacher
Politik
Schwandorf
04.07.2016
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Die ÖDP will sich nicht mit der Stromtrassen-Situation in Büchelkühn abfinden. Stadtrat Alfred Damm fordert Abhilfe: Die vorgesehene Sanierung der 110-kV-Trasse nimmt er zum Anlass für einen Antrag, den OB zu Verhandlungen mit Netzbetreiber und Bayernwerk zu veranlassen. Ziel: Eine leichte Veränderung des Trassenverlaufs und eine "Gesamtbetrachtung" für den Stadtteil, der nach Damms Ansicht von Stromtrassen "umzingelt und sehr belastet ist".

Das Bayernwerk beabsichtigt, einige Masten der Leitung Schwandorf-Nittenau neu zu beseilen und teils auf höhere Masten zu setzen. Die Trasse kreuzt die Lange Straße als Zufahrt zum Stadtteil unmittelbar an der Bebauung.

Die ÖDP fordert Oberbürgermeister Andreas Feller auf, sofort Verhandlungen mit dem Bayernwerk und Tennet als Netzbetreiber, den Grundstückseigentümern sowie mit der Bundesnetzagentur aufzunehmen, um die "unhaltbare Stromtrassensituation in und um Büchelkühn zu verbessern". Das geht aus dem Antrag hervor, der der NT-Redaktion vorliegt. Erreicht werden soll, dass die Trasse nach Nittenau geringfügig verlegt wird. Laut Antrag soll die Trasse nördlich des Büchellohgrabens Richtung ehemalige Bundesstraße 15 nach Westen abnicken und dann parallel zur Straße nach Süden verlaufen, bis sie wieder auf die bestehende Leitung trifft. Durch diesen kurzen Schwenk würde die Leitung erheblich vom Stadtteil abrücken. Bei einer Bürgerversammlung im Juni (wir berichteten) hatte das Bayernwerk allerdings klar gemacht, dass eine Verlegung bisher nicht ins Auge gefasst sei.

Direkt über Bebauung


Außerdem fordert die ÖDP im Stadtrat, dass die 110-kV-Freileitung Schwandorf-Regensburg (Bayernwerk), die bisher direkt über die Wohnbebauung an der Oberholz- und Büchelkühner Straße führt, auf die Trasse der Nittenauer Leitung verlegt wird. Alternativ solle auch geprüft werden, ob die Leitung auf der "Tennet"-Trasse, die vom Umspannwerk Richtung Süden an Büchelkühn vorbeilaufen, mitgeführt werden kann. Schließlich fordert die ÖDP, dass die 380-kV-Freileitungen des Netzbetreibers Tennet, die westlich des Lenzgrabens vom Umspannwerk Richtung Süden verlaufen, in die Pilotprojekte der Bundesregierung aufgenommen und teilweise unter die Erde verlegt werden. Hier sollten Gespräche mit den Bundes- und Landtagsabgeordneten aufgenommen werden. Ferner müsse sichergestellt sein, so der Antrag, dass durch den Ersatzneubau des Ostbayernrings durch "Tennet" keine Verschlechterung für Büchelkühn eintritt.

Damm sieht die bisherigen Bemühungen des Oberbürgermeisters, wie er sie im Planungsausschuss angekündigt hatte, als " leider gescheitert" an. Der Ortsteil Büchelkühn sei mit dem Umspannwerk und den verschiedenen Stromtrassen umzingelt und sehr belastet, begründet die ÖDP ihren Antrag. Die Partei fordert "eine Gesamtbetrachtung der unmöglichen Situation". Mit der beantragten Mitführung der Leitung Schwandorf-Regensburg auf einer anderen Trasse würde laut ÖDP dem Bündelungsgebot mit anderer Infrastruktur und dem Gebot der Nutzung bestehender Trassen entsprochen.

"Für 50 Jahre zementiert"


"Damit könnte die direkte Überspannung von Wohnhäusern beendet werden. Mit der Umsetzung der geforderten Maßnahmen würde auch ein beträchtlicher Zugewinn von Lebensqualität, eine Verbesserung des Landschaftsbildes und nicht zuletzt eine Verringerung der gesundheitlichen Gefahren für die Anwohner erreicht", heißt es in der Begründung weiter.

Die ÖDP befürchtet, dass die Zustände "für die nächsten 50 Jahre zementiert" würden, wenn nicht im Zuge des Neubaus des Ostbayernrings und der zu erwartenden Gleichstromtrasse eine Änderung der aktuellen Situation erreicht werden könne. Die Bürgerversammlung habe gezeigt, dass die Netzbetreiber verständlicherweise nur ihre wirtschaftlichen Interessen vertreten würden. Die Stadt Schwandorf müsse hier deshalb mit Nachdruck die Interessen der Bürger vertreten.
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