Pläne für das Schmidt-Bräu-Gelände setzen auf verdichtete Bebauung mit drei großen Wohnblöcken
Von der Studie bleibt nicht viel

Hinter der Marktplatz-Bebauung (links unten) sollen die drei Gebäude (Bildmitte, mit angedeuteten Fenstern) in zweiter Reihe auf dem Schmidt-Bräu-Gelände entstehen. Sie würden zur Spitzwegstraße hin bis zu zwei Meter Höher als der Bestand.
Politik
Schwandorf
21.07.2016
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Vor zwei Jahren ließ sich der Planungsausschuss des Stadtrates eine Machbarkeitsstudie präsentieren, die sich mit dem Schmidt-Bräu-Gelände beschäftigte. Am Mittwoch legte Architekt Prof. Johann Peter Scheck dem Ausschuss konkrete Pläne für Wohngebäude vor (wir berichteten). Mit der Studie haben die nicht mehr viel zu tun.

Scheck begründet das in der Bauvoranfrage, die er für die "Schmidt Grundstücksverwaltung GmbH & Co" einreichte, damit, dass das Gelände seit 150 Jahren von massiven Bauten geprägt sei. Eine Ableitung der Bebauung aus der Struktur des Spätmittelalters mit aufgelockerter Bebauung ist aus seiner Sicht "geschichtlich verfälschend". In der Studie war noch von rund 3450 Quadratmetern für Wohnflächen, 1350 Quadratmeter für Einzelhandel und einer Tiefgarage mit 23 Plätzen die Rede. Schecks Plan sieht auf dem Grundstück (ohne das Anwesen Marktplatz 8, die ehemalige Brauerei-Verwaltung) nun 44 Wohnungen in drei großen Blöcken vor.

Zwei Meter höher


Die massiven Bauten wären zur Spitzwegstraße laut Verwaltung bis zu 2 Meter höher als der Bestand. Das rief die Nachbarn auf den Plan. Zwar ging Scheck nach einer "privaten" Vorstellungsrunde mit den Nachbarn davon aus, dass sie einverstanden seien - allerdings trudelten wenig später bei der Stadt Einwände ein, die nicht nur auf die Höhenentwicklung abzielen. Rat und Verwaltung begrüßen die Absicht, die Brache für den sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Allerdings ist aus Sicht der Stadtplanung dazu ein "Bebauungsplan der Innenentwicklung" nötig. Dabei würden die Öffentlichkeit - nicht nur Nachbarn - und auch die Träger öffentlicher Belange gehört.

Da könnte es gegenüber Schecks Plänen Probleme geben. Der Denkmalschutz hat schon Bedenken angemeldet, und die bei der Regierung der Oberpfalz zuständigen Stellen empfehlen dringend einen Bebauungsplan. "Was haben Sie eigentlich gegen einen B-Plan?", fragte Andreas Wopperer (CSU) Scheck geradeheraus. Der Architekt äußerte Bedenken wegen der Dauer des Verfahrens. Wopperer verwies auf den Plan am Kranzlohweiher - das Verfahren hat nur etwa vier Monate gedauert. Stadtplanerin Sabine Pollinger verwies darauf, dass das Verfahren mit Fristen belegt sei. Bei einer Einzelgenehmigung könnten die Stellungnahmen wesentlich länger dauern.

Thema im Stadtrat


Knackpunkt ist neben der Höhe der geplanten Gebäude vor allen der geringe Abstand zwischen den wuchtigen Bauten. Die Stadtplanung geht sogar davon aus, dass durch die Verdichtung "keine gesunden Wohnverhältnisse mehr gewährleistet" seien. Auch Rechtsrat Andreas Vockrodt verwies auf die rechtlichen Hindernisse und die entsprechenden Regelungen der Bauordnung. Eine Abweichung von den Abstandsflächen sei nur durch eine Satzung, also einen Bebauungsplan, möglich. Scheck ist anderer Meinung, will ein Rechtsgutachten vorlegen. Am Montag wird sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigen. Alle Fraktionen begrüßten die Absicht, die Brache zu entwickeln - die Tendenz scheint aber eher zu einem Bebauungsplan zu gehen.
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