Protest gegen weiteren Kiesabbau bei Klardorf
SPD setzt zum Konter an

Der Kiesabbau bei Klardorf soll weiter ausgebaut werden. Die Anlieger befürchten steigende Grundwasserspiegel und damit feuchte Keller. Bild: Götz
Politik
Schwandorf
02.11.2016
111
0

Die SPD in Klardorf sorgt sich wegen der geplanten Erweiterung des Kiesabbaus nördlich des Stadtteils. Ortsvorsitzender und Stadtrat Andreas Weinmann setzt auf Sammeleinwendungen gegen das Projekt.

Heißt es bald: „Klardorf im See?“ So überschreibt Weinmann eine Pressemitteilung des SPD-Ortsverbands. „Das Dauerthema Kiesabbau geht in eine weitere Runde“, schreibt Weinmann. „Wir konnten bereits einen wichtigen Erfolg erzielen und durch unseren Protest die ursprünglichen Planungen der Firma Kieswerk Klardorf stoppen. Ein über 25 Hektar großer Kiesweiher direkt vor den Toren unseres Ortes bleibt uns damit zumindest vorerst erspart“, heißt es weiter. Zudem sei erreicht worden, dass die neuerlichen Planungen, die mit 13,4 Hektar ein deutlich kleineres Gebiet betreffen und auch nicht so nah an den Ort heranrücken, einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden müssen.



Die bereits laufende öffentliche Auslegung im Frühjahr dieses Jahres musste deshalb unterbrochen werden. Nachdem der Antragsteller das notwendige Gutachten nachgereicht hat, läuft bis 25. November eine erneute öffentliche Auslegung. "Nach wie vor sind wesentliche Fragen nicht geklärt, aus denen sich unsere Forderungen ableiten. Ohne deren Berücksichtigung ist eine Genehmigung aus unserer Sicht nicht möglich", schreibt der SPD-Stadtrat. Er zählt drei Forderungen auf: Keine Erhöhung des Grundwasserspiegels in Klardorf und Zielheim; Überwasser darf nicht in den Wolferlohgraben eingeleitet werden; Waldverlust ist vor Ort auszugleichen. 100 Hektar Wald seien bereits ohne Ausgleich verloren gegangen.

Weinmann fordert die Betroffenen auf, Einwendungen gegen das Vorhaben zu formulieren und bei der Stadt abzugeben. Von der SPD vorbereitete Mustereinwendungen (siehe Kasten) werden laut Weinmann in Klardorf und Zielheim an die Haushalte verteilt und sollen in Form von Sammeleinwendungen geschlossen im Rathaus abgegeben werden. Der Termin der Übergabe stehe noch nicht fest und werde noch mitgeteilt.

Der Text der Sammel-Einwendung"Für den Fall der Umsetzung der vorliegenden Planungen befürchte ich eine dauerhafte Erhöhung des Grundwasserspiegels in den Ortsteilen Klardorf und Zielheim. Wegen des bereits jetzt sehr hohen Grundwasserstandes ist jede weitere Erhöhung nicht hinnehmbar. Bereits jetzt kommt es immer häufiger zu grundwasserbedingten Überflutungen der Kellergeschosse. Dieser Effekt würde sich bei jeder weiteren Erhöhung des Grundwasserspiegels entsprechend verstärken und kommt einer Enteignung gleich. Zu berücksichtigen ist vor allem auch die Summenwirkung der bisher in mehreren Genehmigungsabschnitten durchgeführten Kiesabbaumaßnahmen in örtlicher Nähe. Den Planungsunterlagen zufolge soll Überwasser des Sees über den Wolferlohgraben entwässern, der unmittelbar an den See angrenzt. Dies verstärkt die Hochwasserproblematik am Ort nochmals. Bereits in der Vergangenheit wurde Überwasser anderer Seen in den Wolferlohgraben eingeleitet, woraufhin es prompt zu überschwemmten Kellern bei den An- und Hinterliegern des Wolferlohgrabens kam. Bei den beplanten Grundstücken handelt es sich hauptsächlich um Flächen eines letzten kleinen Waldgebietes nördlich von Klardorf und Zielheim. Ein bedeutender Teil (ca. 100 ha) dieser vormals ausgedehnten Waldfläche fiel bereits ohne jeden Ausgleich dem Kiesabbau zum Opfer. Nunmehr soll ein wesentlicher Teil des Restwaldes vernichtet werden. Die verbleibende Waldfläche wäre zu klein, um ihre wichtigen ökologischen Funktionen erfüllen zu können und in ihrem Charakter nicht mehr als Wald wahrnehmbar. Deren Zerstörung würde den unwiederbringlichen Verlust eines letzten Rückzugsgebietes für viele der Wald und Flur bewohnende Tier- und Pflanzenarten bedeuten. Der Wald dient auch mir als wichtiges Naherholungsgebiet und ist insbesondere rund um Zielheim nicht ersetzbar, da keine weiteren Wälder mehr vorhanden sind."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.