Raumordnungsverfahren für Ostbayernring abgeschlossen
Verfahren fertig, Fragen offen

Der Ostbayernring läuft in Ettmannsdorf durch die Flutmulde, parallel zu einer weiteren Hochspannungsleitung. Diese Trasse bleibt laut Raumordnung denkbar, wenn die Leitungen gebündelt werden. Eine Erdverkabelung ist vom Tisch. Bild: Götz
Politik
Schwandorf
17.11.2016
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Das Raumordnungsverfahren für den Ostbayernring ist abgeschlossen.Die Wernberg-Köblitzer dürften sich über den Ausgang freuen, im Raum Schwandorf bleibt die wichtigste Frage offen.

Schwandorf/Regensburg. Der Ersatzneubau des Ostbayernrings bewegt die Gemüter von Redwitz in Oberfranken bis nach Schwandorf. Die bestehende Hochspannungsfreileitung soll aufgerüstet werden und künftig zwei 380 kV-Systeme tragen. Was einfach klingt, sorgte in den vergangenen Monaten für Ärger, vor allem in Schwandorf. Diskutiert wurde auch in Wernberg Köblitz.

Die Regierung hat am Donnerstag mitgeteilt, dass das Raumordnungsverfahren abgeschlossen ist. In Wernberg-Köblitz befürwortet die Behörde eine Variante, die bei Kettnitzmühle vom Bestand nach Westen und somit vom Ortsrand wegrückt.

Am vieldiskutierten Hotspot in Schwandorf ist die Lage offen. Tennet hatte drei Trassenvarianten eingereicht. Eine orientiert sich am Bestand (A1c) und führt von Schwarzenfeld über Irlaching durch die Flutmulde in Ettmannsdorf bis nach Dachelhofen zum Umspannwerk. "Bei der an der Bestandsleitung orientierten Variante A1c stehen Vorzügen hinsichtlich Länge, kommunaler Siedlungsentwicklung, Land- und Forstwirtschaft sowie der Vermeidung von neuen Betroffenheiten erhebliche Konflikte mit den Belangen der Wohnumfeldvorsorge gegenüber", heißt es in den Unterlagen der Regierung. Auch Belange des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft seien negativ berührt. Dennoch ist die Bestandstrasse unter Bedingungen als raumverträglich eingestuft. Zu den Maßgaben gehört die Bündelung mit der 110-kV-Trasse des Bayernwerks, die ebenfalls hier entlang führt. Durch die Bündelung auf einem Mastgestänge, heißt es, könnten die Beeinträchtigungen "in Teilen sogar reduziert werden".

Ebenfalls als raumverträglich eingestuft wurde die Variante A1a, die von Schwarzenfeld aus den Kreither Forst durchschneidet, westlich an Kreith vorbeiführt und östlich von Grain Richtung Umspannwerk abzweigt. Hier halten sich laut Regierung Vorzüge bezogen auf das Schutzgut Mensch und Siedlungsentwicklung mit den negativen Auswirkungen auf Landschaft, Naturschutz und Land- und Forstwirtschaft etwa die Waage. Maßgabe ist, dass die von Tennet vorgeschlagene bei Niederarling und Kreith leicht zu verschieben wäre. Die dritte Variante - von Irlaching über die Löllsanlage auf den Egidiberg - lehnte die Regierung ab.

Die entscheidende Frage, ob der Ostbayernring im Stadtgebiet weiterhin im Naabtal oder über die Kreither Höhen führen soll, bleibt somit offen. Jetzt prüft Netzbetreiber Tennet, mit welcher Variante er in die Planfeststellung geht. "Dazu lassen sich noch keine Aussagen treffen. Wir haben die Unterlagen auch heute erst bekommen," sagte Tennet-Sprecher Martin Lieberknecht am Donnerstag. Im Januar wird es für die Öffentlichkeit wieder Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Geplant sind Veranstaltungen am 18. Januar in Schmidgaden und am 19. Januar in Wernberg-Köblitz. Für Schwandorf ist kein Termin genannt.
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