SPD-Bezirkschef kritisiert Aschwermittwochs-Absagen
"Scheinheilige Ergriffenheit"

SPD-Bezirkschef Franz Schindler kritisierte die Absage von Aschermittwochs-Veranstaltungen in der Region. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
11.02.2016
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Swandorf/Weiden. (ch) Von der Absage politischer Veranstaltungen auf lokaler Ebene wegen des Bahnunglücks in Bad Aibling hält SPD-Bezirkschef Franz Schindler wenig. "Auch auf die Gefahr hin, missverstanden zu werden: Wenn 50 oder 100 Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen, kommt auch keiner auf die Idee, eine Veranstaltung abzusagen", sagte Schindler beim Politischen Aschermittwoch der Schwandorfer SPD. Die "scheinheilige Ergriffenheit" sei Zeichen dessen, dass im Lande einiges in Unordnung geraten sei. Böswillige Gerüchte machten im Internet schnell die Runde, die AfD fordere einen Schießbefehl wie zu DDR-Zeiten. "Der wurde vor 30 Jahren Gott sei Dank abgeschafft", sagte der Landtagsabgeordnete. Die Genossen in Weiden, bei denen Schindler hätte sprechen sollen, hatten ihr Treffen abgesagt. So nutzte Schindler in Schwandorf die Gelegenheit zu einem Grußwort. Ernsthafte politische Themen gebe es genug, sagte Schindler. Öffentliche Äußerungen "im Duktus der Nazi-Zeit" und aufflammender Rassismus forderten einen Aufstand der Anständigen heraus, sagte Schindler. "Der braune Riese hat jahrzehntelang geschlafen. Jetzt wacht er wieder auf", befürchtet Schindler und forderte seine Partei auf, Haltung zu zeigen.

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