SPD gründet auf Bezirksebene Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt"
„Auf Augenhöhe begegnen“

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt" setzt sich zusammen aus (von links): Matthias Vernim, Alfred Schuster, Diana Liberova, Hermann Kucharski, Brigitte Netta, Christine Kleinletzenberger, Horst Fuchs, Sema Tasali-Stoll und Franz Schindler. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
30.10.2016
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Zwei Jahre nach dem Landesverband hat die SPD nun auch auf Bezirksebene eine Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt" gegründet. Vorsitzender Matthias Vernim will seine Partei öffnen für Menschen mit Migrationshintergrund.

"Die Vielfalt in der Gesellschaft spiegelt sich in der SPD nicht ausreichend wider", sagte der Angestellte der Stadt Regensburg bei der Gründungsversammlung am Freitag in der Schmidt-Bräu-Gaststätte. Die Partei tue sich mit Migranten nach wir vor schwer. Das will Matthias Vernim ändern. Der stellvertretende Vorsitzende des Regensburger SPD-Ortsvereins Kumpfmühl möchte in der Arbeitsgemeinschaft die Integrationsdebatte versachlichen, Ideen bündeln, ein Informationsnetzwerk entwickeln und "den ausländischen Mitbürgern auf Augenhöhe begegnen". Dabei stützt sich Matthias Vernim auf die Erkenntnisse, die er in seiner früheren Tätigkeit als "Migrationsforscher" an der OTH Regensburg gewonnen hat.

Dr. Sema Tasali-Stoll ist stellvertretende Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt" und nun auch zweite Vorsitzende auf Bezirksebene. Die Frauenärztin und Stadträtin in Weiden stammt aus Anatolien und lebt seit 26 Jahren in Deutschland. Sie habe die Ausgrenzung lange Zeit am eigenen Leib gespürt und setze sich deshalb für Integration und soziale Gerechtigkeit ein.

Im Nürnberger Stadtrat


Für den SPD-Bezirksvorsitzenden Franz Schindler grenze das geplante "Bayerische Integrationsgesetz" Menschen anderer Kulturen aus und fordere von ihnen "die Anpassung an eine ominöse bayerische Leitkultur". Die Präambel des Gesetzentwurfes enthalte "ein Christlich-Abendländisches-Laptop-Lederhosen-Geschwafel" nach dem Motto: "Mir san mir". Er kenne niemanden außerhalb der CSU, der die Inhalte dieses Gesetzentwurfes für gut heiße, so Schindler.

Diana Liberova emigrierte 1998 aus Russland und lebt heute mit Mann und Tochter in Nürnberg. Nach dem Abitur studierte sie Musikwissenschaften und Pädagogik und bekam eine Anstellung am Institut für Pädagogik und Schulpsychologie. Die 35-Jährige gehört seit zwei Jahren dem Stadtrat in Nürnberg an und ist Mitglied im Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft "Migration und Vielfalt".

Bei der Gründungsversammlung am Freitag sprach die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Mögeldorf zum Thema "Zwischen Willkommens- und Leitkultur". Sie möchte eine Plattform schaffen, auf der sich Menschen mit Migrationshintergrund stärker am öffentlichen Leben beteiligen können.

Vernim an der Spitze


14 Gründungsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft wählten folgenden Vorstand: Vorsitzender Matthias Vernim (Regensburg), stellvertretender Vorsitzende Sema Tasali-Stoll (Weiden), Schriftführerin Christine Kleinletzenberger (Regensburg), Beisitzer Hermann Kucharski (Amberg), Brigitte Netta (Amberg), Alfred Schuster ( Immenreuth), Horst Fuchs (Weiden) und Angela Sheppard (Schwandorf).
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