SPD im Stadtrat beantragt Bewerbung
Gartenschau statt Schlachthof

Der ehemalige Schlachthof harrt schon seit Jahrzehnten einer neuen Nutzung. Die SPD will ihn in ein Konzept für eine Landesgartenschau einbeziehen. Bild: Götz
Politik
Schwandorf
08.11.2016
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Lokschuppen, alter Schlachthof, Stadtpark, Wöhrvorstadt, Schuierer-Mühle: Diesen Bogen um die Stadt könnte sich die SPD für ein besonderes Projekt vorstellen. Die Stadtratsfraktion beantragt, dass sich Schwandorf um eine Landesgartenschau bewirbt.

Die Idee geistert seit Jahrzehnten immer wieder durchs Rathaus. Jetzt nimmt die SPD einen konkreten Anlauf: Der Stadtrat soll am 21. November die Bewerbung zur „nächstmöglichen“ Landesgartenschau (LGS) beschließen, das Konzept dazu von einem externen Büro erarbeitet werden.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Manfred Schüller führt in der Begründung ins Feld, dass mit einer LGS "längst gewünschte Projekte im Stadtgebiet" umgesetzt werden könnten, die sowieso "in absehbarer Zeit aufgegriffen werden müssen", heißt es in seinem Schreiben an Oberbürgermeister Andreas Feller, das der Redaktion vorliegt.

Ideen-Wettbewerb


Als Beispiel führt er das Bahngelände an der Egelseer Straße an, das die Stadt erwerben will. Hier könnten gleich drei Projekte entwickelt werden: Der Lokschuppen als Industriedenkmal und Kulturzentrum, ein zweiter Pendlerparkplatz und ein barrierefreier Steg über die Bahnanlagen, der die südlichen Viertel fußläufig an die Stadt anbinden würde.

Gleich neben der Bahnlinie liegt der ehemalige Schlachthof. Hier bringt die SPD ein Stadthotel oder eine Gründerwerkstatt ins Gespräch. Über einen Ideen-Wettbewerb solle sich die Stadt weitere Vorschläge aus der Bürgerschaft einholen. Von hier aus könnte - wie schon im Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept vorgeschlagen - ein Steg eine neue Verbindung in den Stadtpark schaffen. Für die Aufwertung des Parks auf dem Hubmannwöhrl existieren bereits Pläne. Den Abschluss des LGS-Geländes könnte aus Schüllers Sicht die Wöhrvorstadt samt Schuierer-Mühle bilden. Gastronomie und Wohnen mit Blick auf Stadtpark und Altstadt nennt Schüller als mögliche Ideen. So könnte "ein zweites Industriedenkmal der Stadt" aufgewertet werden.

Neuer Übergang


Freilich müsse zunächst die wasserrechtliche Situation an der Naab juristisch geklärt werden. Schüller schlägt weiter vor, die Behelfsbrücke, die zum Ersatzneubau der Naabbrücken errichtet werden soll, dann zu einem permanenten Geh- und Radweg zurück zu bauen. Sie würde die alte Verbindung von der Wöhrvorstadt zum Spitalplatz wieder aufgreifen. Diese Lösung hätte auch aus anderer Sicht Charme: Die beiden äußeren Naabbrücken würden nach dem Neubau mit Radwegen ausgestattet, die dann stadteinwärts beim Hubmannwöhrl enden würden. Denn die innere der drei Naabbrücken zur Beer-Kreuzung ist von den Neubauplänen des staatlichen Bauamts ausgenommen.
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