SPD SChwandorf feiert 110-jähriges Bestehen
Anwalt der sozial Schwachen

Politik
Schwandorf
14.11.2016
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110 Jahre SPD in Schwandorf, 70 Jahre Wiedergründung: Eine Partei feiert sich und ihre Erfolge. "Wir wollen nicht gleichgesetzt werden mit den Parteien der Nachkriegszeit", sagte Bezirksvorsitzender Franz Schindler bei der Jubiläumsfeier am Samstag im Konrad-Max-Kunz-Saal.

Die SPD habe "eine Geschichte". Der Fraktionsvorsitzende im Schwandorfer Stadtrat erinnerte an "die Sternstunde der Sozialdemokratie, die gleichzeitig die größte Niederlage der Demokratie war". Seine Partei habe als einzige Hitler die Stirn geboten und gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt. Franz Schindler nannte "die Sichlers und Kuhns und andere Familien, die auch in Schwandorf die Fahne hochgehalten haben".

Um Inhalte streiten


Der Landtagsabgeordnete wünscht sich eine Partei, "in der um Inhalte gestritten wird". "Was haben wir doch für Konflikte ausgetragen", stellte der Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die "Ära Hey" fest. An die Erfolge der SPD in Schwandorf erinnerten zwei ehemalige Vorsitzende. Karl-Heinz Kagermeier ging aus den Jusos hervor und wurde 1987 Ortsvorsitzender. Als er 1999 den Stadtverband übernahm, trat Elisabeth Beer-Klatt die Nachfolge an. Sie blickten auf die erfolgreichen 1980-er Jahre zurück, als die SPD bei den Kommunalwahlen über 40 Prozent bekam. Sie sei stolz, dieser Partei anzugehören, versicherte Elisabeth Beer-Klatt, "auch wenn ich nicht mit allen Entscheidungen der Großen Koalition einverstanden bin". Manfred Schüller ist der zwölfte Vorsitzende in der 110-jährigen Geschichte der Schwandorfer SPD. Er schätzt an seiner Partei vor allem "das große Bürgerengagement".

Der Oberbürgermeister der Stadt Weiden, Kurt Seggewiß, beschrieb in seinem Festvortrag den Wandel der SPD von der sozialistischen Arbeiter- zur marktwirtschaftlich orientierten Partei, ausgehend vom Godesberger Programm 1959. Bildung, Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechte und Solidarität waren die zentralen Anliegen, so der SPD-Politiker. Als Gegenpol zum Neoliberalismus unter dem Motto: "Privat vor Staat". Wohin das führe, habe die Bankenkrise 2008 gezeigt.

Die SPD sei mehr denn je als "Anwalt der sozial Schwachen" gefragt, betonte Kurt Seggewiß angesichts von 1,7 Millionen Menschen, die allein in Bayern von Armut bedroht seien. Als Juniorpartner habe seine Partei in Berlin viel erreicht. "An einigen Stellschrauben müssen wir aber noch drehen", so der Weidener Oberbürgermeister. Er fordert ein Einwanderungsgesetz, um den Zuzug von qualifizierten Arbeitskräften steuern zu können. "Was wir dagegen nicht brauchen, ist eine Maut", so der SPD-Politiker.

Seit 50 Jahren dabei


Christa Fleischmann und Waltraud Beer halten der SPD seit 50 Jahren die Treue. Dafür erhielten sie als Dank und Anerkennung Geschenk und Urkunde. Johanna Binner wäre für 60-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden, musste aus gesundheitlichen Gründen aber absagen. Das Vokalensemble "Klang voll" umrahmte die Feier musikalisch.
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