Stadt kann Teile des Bahnhofsgeländes kaufen
"Machen, machen, machen"

Das eingefärbte Gelände zwischen der Dachelhofer Straße (links) bis zum Lokschuppen (halbrundes Gebäude in der Bildmitte) braucht die Deutsche Bahn nicht mehr. Die Stadt will es haben. Bild: hfz/Stadt Schwandorf
Politik
Schwandorf
21.07.2016
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Der Bahnhof trennt die Stadt nicht nur optisch in zwei Teile. Jetzt besteht die Chance, einen teil des Areals für die Öffentlichkeit zurück zu erobern. Der Zwickel zwischen Gleiskörper und Egelseer Straße (rechts) bis zum Lokschuppen ist zu haben. Das gelbe Gebäude in der Bildmitte gehört nicht mehr dazu, markiert aber ungefähr das Ende des Grundstücks, das die Stadt von der Bahn kaufen könnte. Luftbild: Götz

Dieses Filetstück darf sich die Stadt nicht entgehen lassen: Das 3,7 Hektar große Gelände rund um den ausgedienten Lokschuppen zwischen Egelseer Straße und Gleisanlagen ist zu haben. Der Planungsausschuss beauftragte am Mittwoch die Verwaltung, die nötigen Schritte für einen Kauf einzuleiten.


Die Deutsche Bahn hatte die Verantwortlichen der Stadt schon beinahe zur Verzweiflung getrieben. Jahrelang lief eine „Entbehrlichkeitsprüfung“, die darstellen sollte, welche Flächen am Bahnhof das Unternehmen noch braucht und welche nicht. Ende Mai 2016 hat die Bahn nun ein Ergebnis übermittelt: Es betrifft die Flächen von der Ecke Dachelhofer Straße/Egelseer Straße weiter Richtung Südosten bis hin zum ehemaligen Lokschuppen – gesamt etwa 36 500 Quadratmeter. Neben dem Lokschuppen stehen noch Werkstattgebäude und ehemalige Dienstgebäude auf der Fläche. Das gelbe Sozialgebäude des Bahnhofs gehört nicht mehr dazu.

Wertgutachten


"Die Flächen müssen jetzt vernünftig untersucht werden," sagte Oberbürgermeister Andreas Feller. Besonders am Lokschuppen sei "mit der ein oder anderen Altlast zu rechnen", außerdem soll ein Wertgutachten die Verhandlungen mit der Bahn vereinfachen.

Albina Harito vom Stadtplanungsamt verwies auf die großen Chancen, die sich durch das Gelände auftun. Vom Park-and-Ride-Parkplatz über eine kulturelle Nutzung des Schuppens bis hin zum endlich realisierbaren Steg über den Bahnhof. Der Gleiskörper trennt das Stadtgebiet vor allem für Fußgänger und Radler in zwei Hälften. Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept widmet sich dem Thema ausführlich.

"Da gibt's nicht viel zu sagen außer: machen, machen, machen", forderte Fraktionssprecher Andreas Wopperer (CSU). Manfred Schüller (SPD) konnte sich einen Seitenhieb auf die Bahn nicht verkneifen und äußerte seine Freude darüber, dass das Ergebnis der Prüfung "nach so kurzer Zeit" vorgelegt worden sei. "Wir wollen das Areal haben. Natürlich zu einem realistischen Preis," sagte Schüller. Er brachte die Idee für eine kleine Landesgartenschau wieder ins Spiel. So könnten seiner Meinung nach Zuschüsse erlangt werden, um das Gebiet vernünftig zu entwickeln, zusammen mit dem Stadtpark auf dem Hubmannwöhrl.

Dahingehend seien die Fühler bereits ausgestreckt, sagte OB Feller, "dazu müssen wir die Flächen erst haben." Deshalb solle die Verwaltung jetzt beauftragt werden, die nötigen Schritte einzuleiten. Das tat der Ausschuss einstimmig.

Kein Wettbüro


Der Planungsausschuss erteilte gegen die Stimme von Kurt Mieschala der Einrichtung eines Wettbüro an der Ecke Regensburger Straße/Max-Reger-Straße eine Absage. Der bisherige "Sonderpostenbaumarkt" sollte umgenutzt werden. Im direkten Umfeld von Herz-Jesu-Kirche und Kindergarten wollte der Ausschuss kein Wettbüro sehen, auch planungsrechtlich gibt es Hindernisse. Mieschala hatte darauf verwiesen, dass eine "Sportbar" mit Wettbüro nicht mit einer Spielhalle vergleichbar sei und deshalb nicht in Gewerbegebiete gedrängt werden sollte. Das sei auch nicht gewollt, so Stadtplanerin Sabine Pollinger. Sie verwies darauf, dass der Ausschuss erst vor kurzem eine Bauleitplanung beschlossen hat, die die Ansiedlung von Vergnügungsstätte regeln soll. Einzelgenehmigungen würden diese, noch nicht abgeschlossene Planung konterkarieren.
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