Stadt Laizhou aus dem Osten Chinas strebt Zusammenarbeit mit dem Landkreis an
Werben aus dem Reich der Mitte

Die Stadt Laizhou im Osten Chinas möchte gerne mit dem Landkreis eine Partnerschaft schließen. Der Kreistag stand diesem Ansinnen mehrheitlich positiv gegenüber. Bild: hfz
Politik
Schwandorf
06.04.2016
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Die Partnerschaft zwischen den Landkreisen Schwandorf und Görlitz besteht seit 25 Jahren. Nun könnte eine weitere hinzukommen: Das Landratsamt erreichte kürzlich die Anfrage für eine Partnerschaft. Der Absender ist etwa 8000 Kilometer weit weg: Die Stadt Laizhou in der Provinz Shandong im Osten Chinas würde gerne mit dem Kreis partnerschaftliche Verbindungen unterhalten.

Das führt zuallererst zu der Frage: Wie kommen die Verantwortlichen einer Fast-Millionen-Stadt im Reich der Mitte auf den Landkreis Schwandorf? Wie bei der Kreistagssitzung zu hören war, besuchten Schüler des Regental-Gymnasiums in Nittenau die Metropole Peking zu einem Austausch. Bürgermeister Karl Bley schilderte bei der Kreistagssitzung am Montag, dass die Besucher aus der Oberpfalz dabei auf den Bürgermeister der Stadt Laizhou trafen. Als eine Delegation aus China kurze Zeit später zu Besuch in Deutschland war, erinnerte man sich scheinbar an dieses Zusammentreffen und ließ über den Bayerischen Landkreistag das Landratsamt kontaktieren. Wirtschaftsreferent Rudolf Reger und Kulturreferent Franz Pfeffer fuhren daraufhin zu einem Treffen in die Landeshauptstadt.

Nun traf ein Brief aus China in der Kreisbehörde ein: "Wir sind der Auffassung, dass die Vereinbarung einer Städtepartnerschaft für den Austausch und die Zusammenarbeit in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht sowie eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung eine wertvolle Förderung erhalten würde", heißt es in dem Schreiben. Diese Auffassung teilten auch viele Kreisräte: Vor allem auf dem wirtschaftlichen Sektor mache eine derartige Partnerschaft durchaus Sinn. Widerspruch kam aus den Reihen der SPD-Fraktion und der Grünen. Franz Schindler zum Beispiel betonte, dass eine Partnerschaft keine Effekt bringe, wenn sie nicht durch Schulen, die Bevölkerung oder Feuerwehren getragen werde. Aber das war für ihn alleine wegen der Entfernung problematisch. Landrat Thomas Ebeling entgegnete, dass bereits mehrere bayerischen Landkreise derartige Partnerschaften unterhalten.

Mit 37:14 Stimmen beschloss der Kreisrat, eine positive Antwort auf den Brief zu verfassen und eine Reise einer Kreistagsdelegation nach China zu Gesprächen ins Auge zu fassen.
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