Stadtrat sieht Klärungsbedarf
Kein Bau für die Akademie

Das alte Krankenhaus ist nicht mehr zu sanieren. Stattdessen entsteht ein Neubau, vorrangig für den Bedarf der Gerhardingerschule. Aber auch die Kunz-Musikakademie könnte mit einziehen. Bild: Hösamer
Politik
Schwandorf
22.11.2016
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Die Konrad-Max-Kunz-Musikakademie soll Räume in einem Neubau nahe der Gerhardingerschule bekommen. Darüber ist sich der Stadtrat einig. Der weg dorthin ist allerdings alles andere als einfach.

Das ehemalige Krankenhaus, das den Pausenhof der Gerhardingerschule zum Rathaus hin abgrenzt, soll abgerissen werden. Das steht schon länger fest. Aus Sicht des Denkmalschutzes und der Städteplanung muss dann ein Ersatzneubau her - in gleicher Kubatur, wie Kämmerer Jens Wein am Montag dem Stadtrat erläuterte. Dann kann die Stadt auch mit Zuschüssen rechnen. Die neuen Räume würden auch gebraucht, schließlich soll die Gerhardinger zur offenen Ganztagesschule werden.

"Auf Widerruf"


Aber: Trotz Raumbedarfs für die Schule bliebe im Neubau Platz. Dieser könnte, so der Vorschlag der Verwaltung, der Kunz-Musikakademie (KMK) zur Verfügung gestellt werden. Davon könne die Grundschule profitieren, so Wein, und auch die Akademie. Deren "räumliche Situation" an der Spitzwegstraße sei problematisch. Die Räume im Neubau würden so gestaltet, dass sie für die Nutzung durch die Schule bereit stünden, wenn sie gebraucht würden. CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer stellte gleich einen Punkt klar, der im Widerspruch zur Beschlussvorlage stand: "Wir wollen nicht für die Kunz-Akademie bauen." Schwerpunkt müsse die Schule sein.

Wenn im Neubau nach den Vorgaben der Regierung Räume frei blieben, könnten die der Akademie zur Verfügung gestellt werden, so Wopperer - aber "auf Widerruf". Schon in der vergangenen Jahren habe sich der Raumbedarf der Schulen regelmäßig geändert, außerdem steigen die Schülerzahlen. Außerdem dürfe keine Ungleichbehandlung gegenüber den weiteren Musikvereinen der Stadt entstehen.

Im Grundsatz hatte auch Kurt Mieschala (UW) nichts gegen den Gedanken, die Akademie in dem Gebäude unterzubringen. Es seien aber noch zu viele Fragen offen, um eine Grundsatzentscheidung zu fällen. "Wie soll das Nebeneinander funktionieren", fragte Mieschala, außerdem hätte er gerne den genauen Raumbedarf für die Schule und die Akademie auf dem Tisch - auch wegen der Tatsache, dass es momentan Wartelisten für die Ganztagsbetreuung an der Gerhardingerschule gibt.

"Wie soll das klappen?"


In die gleiche Richtung argumentierte Franz Schindler für die SPD. "Wir errichten kein Gebäude für die KMK", stellte er klar, auch er bezog sich auf steigende Schülerzahlen. Der Neubau müsse vorrangig dem Bedarf der Schule gerecht werden. Manfred Schüller (SPD) fehlten Aussagen dazu, wie eine öffentliche Einrichtung wie die Akademie von der Schule abgegrenzt werden soll - Schulgebäude werden heutzutage während der Unterrichtszeiten zugesperrt, der Zutritt kontrolliert. "Wie soll das klappen", fragte Schüller.

Die Möglichkeit, im Ganztagesprogramm der Gerhardingerschule dann auch Musikunterricht an der Akademie anbieten zu können, sah Schüller positiv. Der laut OB Feller "unglücklich formulierte" Beschlussvorschlag kam erst gar nicht zur Abstimmung. Wenn die gestellten Fragen beantwortet werden können, kommt das Thema erneut auf den Tisch. Der Abriss des alten Krankenhauses ist frühestens 2017 vorgesehen.
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