Stromtrassen Thema im Planungsausschuss
Umlegung kostet Millionen

Büchelkühn ist von vielen Stromtrassen regelrecht umzingelt. Stadtrat Alfred Damm (ÖDP) weist darauf unermüdlich hin und fordert, sich bei den Netzbetreibern um eine Verbesserung zu bemühen. Mögliche Umverlegungen einzelner Teilstücke würden aber teuer für die Stadt, informierte die Verwaltung den Planungsausschuss. Bild: Steinbacher
Politik
Schwandorf
10.11.2016
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2,5 MiIlionen Euro würde es kosten, die bestehende 110-kV-Hochspannungsleitung nahe Büchelkühn zu verlegen. Darüber wurde am Dienstag der Planungsausschuss informiert. Ein Vorstoß der SPD zum Ostbayernring scheiterte.

Büchelkühn sei von Stromtrassen regelrecht umzingelt, teilweise sogar überspannt, betont ÖDP-Stadtrat Alfred Damm unermüdlich. Der Stadtrat hatte die Verwaltung beauftragt auszuloten, ob bei einer geplanten Ertüchtigung der 110-kV-Leitung, die die Lange Straße überspannt, eine Verlegung infrage käme. Ergebnis laut Stephan Küster vom Stadtplanungsamt: Ein Großteil der Eigentümer, deren landwirtschaftliche Grundstücke dann überspannt würden oder als Maststandorte gebraucht würden, wären dagegen. Aber selbst wenn dieses Problem ausgeräumt wäre, kämen auf die Stadt Kosten in Millionenhöhe zu. Denn der Vorhabensträger, das Bayernwerk, würde den Mehraufwand auf die Stadt abwälzen.

Zusammenlegung


Dennoch werde die Stadt weiter auf Änderungen oder Zusammenlegungen mit anderen Trassen drängen, wenn weitere Vorhaben anstehen. Etwa an einer Tennet-Leitung, die den Ort im Westen teilweise überspannt. Büchelkühn liegt direkt neben dem Umspannwerk nahe des ehemaligen Bayernwerks, hier laufen viele Stromtrassen zusammen.

Auch der Ostbayernring ist hier angeschlossen. Er soll bekanntermaßen erneuert werden, das Raumordnungsverfahren läuft und wird nach den Worten von Stadtplanerin Sabine Pollinger "in wenigen Tagen abgeschlossen". Das relativierte der Sprecher der Regierung der Oberpfalz, Markus Roth, auf NT-Nachfrage am Dienstag. Demnach laufen die letzten Abstimmungsgespräche, mit einem Abschluss rechnet er aber nicht vor Ende November.

Nicht zuständig


Die SPD hatte beantragt, zu diesem Verfahren noch eine politische Forderung nachzuschieben. Denn: Im Entwurf für das neue Landesentwicklungsprogramm (LEP) sind Mindestabstände von Stromtrassen zur Bebauung vorgesehen. Besonders in der Flutmulde in Ettmannsdorf, wo die Hochspannungsleitung jetzt verläuft, könnten diese wohl nie eingehalten werden. Die SPD beantragte nun, von der Regierung als zuständiger Behörde explizit zu fordern, diese Mindestabstände auch in das laufende Verfahren einfließen zu lassen. Der Planungsausschuss sei dafür nicht zuständig, meinten Pollinger und OB Andreas Feller übereinstimmend, schließlich habe der Stadtrat im Januar über die Stellungnahme zum Verfahren entschieden. SPD-Sprecher Manfred Schüller hielt dagegen, dass der Ausschuss als vorberatendes Gremium auch schon über die Trasse beraten habe. Außerdem tagt der Stadtrat erst in zwei Wochen. Die Mehrheit aus CSU, UW und FW lehnte es schließlich ab, den Antrag im Planungsausschuss zu behandeln. Das obliegt dann dem Stadtrat. Der tagt am 21. November.
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Clemens Ratte-Polle aus Zell | 10.11.2016 | 15:23  
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