„Tennet“ informiert Kommunalpolitiker und Verbandsvertreter in interner Runde
SüdOstLink „kritisch begleiten“

Die Stromstrasse "SüdOstLink" (gestrichelte Linie) soll möglichst geradlinig Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt (oben) mit einem Endpunkt nahe Ohu bei Landshut (Kraftwerk Isar) verbinden. Die Gleichstromleitung wird erdverkabelt. Die genaue Trasse ist noch unklar. Rein geografisch betrachtet, könnte der Landkreis Schwandorf betroffen sein. Bild: hfz/Quelle: Bundesnetzagentur
Politik
Schwandorf
12.07.2016
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Der SüdOstLink wird kommen - und eventuell den Landkreis Schwandorf tangieren. Der Korridor für die Gleichstromleitung soll möglichst geradlinig von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt Richtung Ohu bei Landshut führen. Da läge geografisch der Landkreis mittendrin, auch wenn noch kein Korridor feststeht, wie am Montag Kommunalpolitiker und Vertreter von Verbänden im Kunz-Saal der Schwandorfer Oberpfalzhalle erfuhren. Netzbetreiber "Tennet" hatte zu der internen Info-Runde geladen.

Die Passage wird als Erdkabel gebaut werden. Das sind gesetzliche Vorgaben, die Bundesnetzagentur führt das Verfahren. Tennet verantwortet die Leitung zwischen der Grenze des Freistaats und dem Endpunkt beim Kraftwerk Ohu. Eine "Vogelfluglinie" wird natürlich nicht machbar sein. In der Einladung zu der Info-Runde betont Tennet, dass die Kommunalpolitiker bereits "vor der Planung" und "weit vor dem Beginn des formellen Verfahrens" informiert werden sollten. Den Vertretern wurde vor allem die Methodik des Verfahrens erläutert. "Mögliche Trassenverläufe existieren noch nicht", heißt es. Bis Herbst dieses Jahres sollen diese erarbeitet werden, dann dürfte auch die Öffentlichkeitsbeteiligung beginnen.

Die Erdverkabelung könnte dafür sorgen, dass die Widerstände aus der Bevölkerung nicht so vehement ausfallen wie etwa beim Ersatzneubau des "Ostbayernrings" der vor allem in Schwandorf für Ärger sorgt, weil die Freileitung teils sehr nahe an Wohnbebauung vorbei führen könnte.

Landrat Thomas Ebeling sagte am Dienstag nach dem Treffen: "Tennet möchte im Herbst einen Trassenkorridor für die Gleichstromleitung präsentieren. Solange es den nicht gibt, sind genaue Aussagen noch nicht möglich. Es gilt jedoch der Vorrang der Erdverkabelung, so dass ich davon ausgehe, dass die Akzeptanz für diese Leitung groß sein wird. Wir werden den Planungsprozess dennoch kritisch, aber gleichwohl konstruktiv begleiten."

Laut Bundesnetzagentur ist der SüdOstLink erforderlich, weil es nach dem "massiven Zubau erneuerbarer Energien in Thüringen und Sachsen-Anhalt zu Engpässen im Stromtransport nach Bayern" komme. Der Transport ist auch nötig, weil 2022 die letzten Atomkraftwerke im Freistaat vom Netz gehen.
3 Kommentare
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Anita Dieminger aus Neumarkt in der Oberpfalz | 15.07.2016 | 22:28  
Clemens Hösamer aus Schwandorf | 18.07.2016 | 12:00  
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Maria Estl aus Pullenreuth | 18.07.2016 | 15:43  
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