Trotz Minus ein Plus

Politik
Schwandorf
14.04.2016
25
0

Mehrheitlich beschloss der Kreistag, den Hebesatz für die Kreisumlage von 46,7 Prozent auf 45 abzusenken. Allerdings zahlen nur 7 der 33 Landkreis-Kommunen dadurch weniger. Der Großteil muss sogar tiefer in die Tasche greifen. Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Die Kreisumlage ist die Haupteinnahmequelle des Landkreises. Sie gleicht die Differenz zwischen dem finanziellen Bedarf und den übrigen Einnahmen aus. In diesem Jahr füllen die 33 Kommunen den Kreissäckel so um rund 64 Millionen Euro. Das sind etwa 5,65 Millionen Euro mehr als im Vorjahr - und das, obwohl der Kreistag kürzlich mehrheitlich beschlossen hatte, den Hebesatz zur Kreisumlage um 1,7 Prozentpunkte abzusenken.

Der Grund dafür liegt in der Berechnung der Kreisumlage. Wesentliche Faktoren dafür sind die Steuerkraftzahlen der Kommunen und die gemeindlichen Schlüsselzuweisungen. Bedingt durch die gute konjunkturelle Lage steigt die Umlagekraft der Kommunen von 124 829 850 Euro im Jahr 2015 heuer um 13,8 Prozent auf 142 102 160 Euro an. Ein Prozentpunkt Kreisumlage entspricht einem Hundertstel, also in diesem Jahr 1 421 022 Euro. 2015 stand ein Prozentpunkt noch für 1 248 299 Euro. Dadurch erklärt sich die Tatsache, dass der Kreis heuer unter dem Strich mehr Geld in der Tasche hat, obwohl er den Hebesatz deutlich absenkte.

Die anhaltend gute wirtschaftliche Lage bestätigt auch Landrat Thomas Ebeling auf NT-Anfrage, als er gestern die Gewerbesteuer-Einnahmen der 33 Gemeinden für das erste Quartal 2016 auf den Tisch bekam. "Es sind die höchsten Einnahmen, die unsere Gemeinden je hatten", freute sich der Landrat. Betrug das Gewerbesteueraufkommen der Gemeinden im ersten Quartal 2015 zusammen noch 17,3 Millionen Euro, seien es jetzt 23 Millionen Euro - also rund ein Drittel mehr.

Ebeling mahnte aber, nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Ausgaben für den Landkreis zu sehen: Bezirksumlage, Personalkosten und Jugendhilfe zum Beispiel gingen ins Geld. Die Kreisumlage bringe zwar in diesem Jahr 5,6 Millionen Euro mehr an Einnahmen für den Landkreis. Wenn man davon aber die höheren Ausgaben für die Bezirksumlage abziehe, bleibe unter dem Strich nur ein Mehrbetrag von 2,4 Millionen Euro übrig. (Hintergrund)

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Hebesätze seit 2010. Im Landkreis (hellgrüne Linie) sinkt der Satz das vierte Mal in Folge und liegt unter dem bayerischen Schnitt (dunkelgrüne Linie). Die Bezirksumlage (orange Linie) bleibt seit Jahren nahezu unverändert. Aus Bayern und der Oberpfalz liegen die Daten für 2016 noch nicht vor. Grafik: NT

Weitere Beiträge zu den Themen: Kreisumlage (7)Kreistag Schwandorf (49)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.