Vereinbarung zwischen Schwandorf und Steinberg am See
Leitungen werden nicht gekappt

Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) und Bürgermeister Harald Bemmerl (links) unterzeichneten die Zweckvereinbarung, die Werkleiter Walter Zurek (Mitte) abstempelte. Ohne Dienstsiegel geht halt nichts. Bild: Hirsch
Politik
Schwandorf
03.08.2016
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Oder hängt jetzt am Steinberger Tropf, was die Trinkwasserversorgung angeht. Bisher bekam das Dorf das edle Nass aus Schwandorf. Gekappt werden die Leitungen aber nicht.

Die Stadt Schwandorf und die Gemeinde Steinberg am See schließen eine "Zweckvereinbarung zur Errichtung und Unterhaltung eines Leitungsnotverbundes für Trinkwasser". Oberbürgermeister Andreas Feller und Bürgermeister Harald Bemmerl unterzeichneten am Mittwoch im Rathaus den Vertrag.

Die Bewohner des Steinberger Ortsteils Oder bezogen das Wasser bisher von der Stadt Schwandorf. Die Gemeinde ließ nun den Kanal neu verlegen und übernimmt künftig selbst die Wasserversorgung. Die Stadt bleibt allerdings im Rahmen eines Notverbundes im Boot.

"Wir werden uns das Wasser je nach Bedarf gegenseitig zuleiten", erklärte der Chef der Schwandorfer Wasser- und Fernwärmeversorgung, Werkleiter Harald Zurek bei der Vertragsunterzeichnung. Dadurch werde eine Wassermenge von 50 Kubikmeter pro Stunde sichergestellt und der Brandschutz gewährleistet. Die Gemeinde Steinberg am See nutzte die Niedrigzinsphase und nahm 600 000 Euro auf dem Kapitalmarkt auf. "Dadurch konnten wir die Kanalisation für den Ortsteil Oder vorziehen", betonte Bürgermeister Harald Bemmerl. Für ihn sei die Kanalisierung zu einem Hauptanliegen geworden. Vor allem deshalb, "weil jetzt auch die touristischen Betreiber am Westufer des Steinberger Sees eine ordentliche Wasserver- und -entsorgung haben". Über einen Freispiegelkanal gelangen die häuslichen Schmutzwässer zu den neuen Pumpwerken und von dort in die Kläranlage des Zweckverbandes Schwandorf-Wackersdorf. Steinberg ist nicht Mitglied im Zweckverband, sondern leitet über Wackersdorf ein und rechnet auch mit den Nachbarn ab.

Die Leitungsverlegung erfolgte in offener Rohrgraben-Bauweise und im Bohrspülverfahren. Die Gesamtkosten betragen 824 000 Euro. Für den Kanal sind 648 000 Euro veranschlagt, für die Verlegung der Wasserleitungen 126 000 Euro und für Erdarbeiten 50 000 Euro. Die Gemeinde bekommt eine staatliche Förderung von 279 297 Euro und muss somit 544 703 Euro selbst aufbringen.
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