Wasser- und Fernwärmeversorgung erwirtschaftet Jahresgewinn von 393 000 Euro
Steuern an die eigene Mutter

Politik
Schwandorf
06.10.2016
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Die Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) erwirtschaftete im Jahr 2015 einen höheren Gewinn als erwartet: Rund 393 000 Euro. Da sind die Steuern schon abgezogen, die der städtische Eigenbetrieb unter anderem an seine Mutter, die Große Kreisstadt Schwandorf, bezahlen musste.

Wegen der guten Ertragslage sei die SWFS schon seit 2013 gewerbesteuerpflichtig, erläuterte Werkleiter Walter Zurek dem Werkausschuss am Donnerstag. Er legte dem Gremium die geprüften Bilanzen für 2015 vor, der Ausschuss empfahl dem Stadtrat einhellig die Billigung. Auch die Werkleitung wurde entlastet.

Die SWFS besteht aus drei Teilen: Wasserversorgung, Fernwärmeversorgung und Erzeugung elektrischer Energie. Letztere führt seit Bestehen ein Schattendasein, ist "nur" für die Wasserräder zuständig. Die brachten im Jahr 2015 sogar noch Erträge, weil sie noch einige Monate liefen. Dennoch machte dieser Unternehmenszweig einen Verlust von 10 500 Euro. Er wird von der Stadt ausgeglichen.

Die Wasserversorgung schaffte beinahe eine Punktlandung. Umsatzerlösen - den Wassergebühren - von knapp 2,8 Millionen Euro und Gesamterträgen von 3,04 Millionen Euro standen als größte Brocken Personalkosten von 906 000 Euro, Abschreibungen von 866 000, Materialkosten und Rohrnetzunterhalt (645 000 Euro) sowie Zinsen (361 000 Euro) gegenüber, so dass unterm Strich am Ende des Jahres 2015 ein kleines Plus von 7600 Euro blieb. Zurek hatte mit einem kleinen Verlust von etwa 1500 Euro kalkuliert.

Die Fernwärmeversorgung steuerte den Großteil des Gewinnes bei. Erträgen von rund 2,99 Millionen Euro - darunter Umsatzerlöse von 2,88 Millionen Euro - standen als größte Kostenblöcke Material (darunter auch die Wärme aus dem Müllkraftwerk) von 1,026 Millionen Euro, Personalkosten von 342 000 Euro, Abschreibungen von 655 000 Euro und Zinsen von 154 000 Euro gegenüber. Ergibt einen Gewinn von etwa 578 000 Euro, von dem knapp 182 000 Euro an Steuern zu bezahlen waren, bleiben 396 000 Euro. Das Ergebnis lag damit etwa 170 000 Euro über dem geplanten Ansatz, Die Überschüsse werden jeweils der allgemeinen Finanzrücklage zugeführt. Die gesamte SWFS hatte bei einer Bilanzsumme von 27,5 Millionen Euro eine Eigenkapitalquote von 28,9 Prozent. Die Schulden lagen Ende 2015 bei knapp 18,6 Millionen Euro. Knapp 12 Millionen Euro davon entfallen auf die Wasserversorgung.
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