Automobilslalom des AC Nittenau
29 Hundertstel entscheiden

Mit 48 PS und sattem Sound um die Wende: Franz Schimani pilotiert einen Fiat Abarth 595. Im Gesamtklassement wird er 119., in seiner Klasse unter wesentlich stärkeren Fahrzeugen schafft er immerhin Platz 30. Bilder: Hösamer
Sport
Schwandorf
17.08.2016
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Die Wende sitzt perfekt, der Opel-Motor heult auf, der Kadett schießt zurück durch die Tore. Robert Stangl ist unter dem Jubel der Zuschauer auf dem Flugplatz Nittenau/Bruck auf Bestzeitenjagd. Doch der „Schweizer“ bremst ihn aus.

„Spitze“, „überwältigend“: Der Vorsitzende des AC Nittenau, Hans Seebauer, und Streckensprecher Christian Graßmann sen. sparen nicht mit Superlativen. Mit 147 Startern hat der 41. ADAC-Automobilslalom des AC Nittenau alle Rekorde gebrochen. Hunderte Zuschauer verfolgen das Geschehen auf der rund 900 Meter langen Strecke, bewundern die blitzenden Flitzer im Fahrerlager. Die NSU TT sind dicht von Fans umlagert.
Ein Stück weiter steht das wohl ungewöhnlichste Gespann: Franz Schimani zieht den Anhänger mit seinem Fiat Abarth 595 (48 PS) mit einem Porsche 944. „War gar nicht so leicht, eine Anhängerkupplung zu bekommen“, erzählt der Slalomfahrer vom AMC Deuerling. Fündig wurde er im Land der Wohnwagenfahrer, in den Niederlanden. Mit seinem Abarth landet er auf Platz 119. Drei Plätze hinter Lokalmatador und Altmeister Robert Stangl. Der legte eine Traumzeit im Training hin, deklassierte mit seinem Kadett in 38,07 Sekunden locker einen Porsche GT 3, der knapp 42 Sekunden pro Lauf benötigte. Aber: Im ersten Wertungslauf riskiert Stangl zu viel. Im „Schweizer“ – so heißt eine mit Pylonen abgesteckte Gasse – ist er zu schnell, sein Auto dreht sich. Aus der Traum vom Gesamtsieg.

Den holt sich Klaus Barth (MSC Scheßlitz) auf Opel Kadett mit 76,66 Sekunden in zwei Läufen und 29 Hundertstel Vorsprung auf Andreas Höppe (Rennsport-Team Mittelfranken), ebenfalls auf Kadett. Die Fahne der NSU TT hält Christian Zollner (MSC Hansenried) hoch, er wird Dritter vor Karl-Heinz Thiel (ebenfalls NSU TT), der damit bester AC-Fahrer wird. Christian Graßmann sen. muss sich seinem Sohn geschlagen geben. Beide starten auf VW Polo G 40, der Junior wird mit 78,09s Fünfter, der Senior mit 79,30s Elfter im Gesamtklassement.
Rund 40 Helfer des AC haben nach 13 Jahren erstmals wieder den Flugplatz in ein Motodrom verwandelt. Seebauer dankte besonders dem Besitzer Helmut Matschi, der Firma Schönek und der Familie Frieser für die Unterstützung. Das BRK Nittenau und die Feuerwehren aus Bergham und Kaspeltshub sorgten für die Sicherheit.
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