Bayernliga Nord
Alptraum nach Traumstart für die SpVgg SV Weiden

Kunstschütze Matthias Heckenberger: Die Nummer 21 des 1. SC Feucht zirkelte zwei Freistöße in den Winkel des SpVgg-SV-Gehäuses. Der Ex-SpVgg-SV-Akteur legte damit den Grundstein für den 5:2-Sieg der Gäste . Bild: hfz
Sport
Schwandorf
26.09.2016
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Weiden. Wieder nichts für die SpVgg SV Weiden. Statt des erhofften Befreiungsschlages ging der Schuss am Samstag im Sparda-Bank-Stadion gehörig nach hinten los. Mit 2:5 kassierten die Schwarz-Blauen gegen den 1. SC Feucht die siebte Saisonniederlage und steuern mehr denn je schweren Zeiten entgegen.

Trainer Tomas Galasek war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht über den Auftritt seiner Mannschaft: "Das Spiel beginnt traumhaft für uns, aber was danach passiert, ist mir ein Rätsel. Der Doppelschlag bringt uns komplett aus dem Konzept. Wir verlieren zum wiederholten Mal unsere Linie im Spiel."

Wechsel in Startelf


Dabei sorgte Lukas Hudec für einen Auftakt nach Maß. Nach einem Schneider-Freistoß fast von der Eckfahne war Hudec am langen Pfosten völlig frei und vollendete sicher zur frühen Weidener Führung (3.). Als Benjamin Werner nach einem Traumpass von Thomas Wildenauer auf 2:0 erhöhte (13.), rechneten viele mit einem klaren Sieg der SpVgg SV. Vor allem, weil die Gäste bis dahin relativ wehr- und harmlos auftraten. Der Schein sollte allerdings trügen. Der SC kämpfte sich in die Begegnung zurück und siegte am Ende fast sensationell noch mit 5:2.

Nachdem er eine Nacht darüber geschlafen und sich am Vormittag lange mit Trainer Tomas Galasek zusammengesetzt hatte, sprach Philipp Kaufmann, Sportvorstand der SpVgg SV Weiden, am Sonntagnachmittag Klartext: "Wir müssen unser Saisonziel korrigieren. Statt oben mitzuspielen, gilt es nun, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben." Nach der Klatsche von Eichstätt (0:6) und der internen Aussprache während der Woche hatte sich nicht nur Kaufmann gegen Feucht (2:5) ein anderes Ergebnis erwartet. "Der Auftakt war vielversprechend, aber danach fiel unser System wieder wie ein Kartenhaus zusammen." Kaufmann zog daraus seine persönliche Lehre: "Ich muss meine Aussage revidieren: Bei uns stimmt nicht alles. Bei der Aussprache kamen scheinbar längst nicht alle Problempunkte zur Sprache." Für ihn sei nun klar, wo er die Hebel anzusetzen habe. In der Mannschaft scheine es tiefgründigere Probleme zu geben. Außerhalb jeder Kritik ist weiter Trainer Tomas Galasek - noch. "Wir gehen den Weg jetzt in der gewohnten Konstellation bis zum Winter weiter. In der Pause stellen wir alles auf den Prüfstand. Und sollten wir zu der Erkenntnis gelangen, den Karren gegen die Wand gefahren zu haben, werden wir auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen." Diese Aussage betreffe nicht nur Galasek, sondern auch Kaufmann selbst. "Ich mime nicht den Sonnenkönig, sondern hinterfrage meine Entscheidungen."

Ein sofortiger Trainerwechsel sei schon mangels Alternativen kein Thema. "Wenn wir jetzt einen Trainer aus dem Hut zaubern, der die fachliche Kompetenz aufweist und zu unserer Mannschaft passt, würde das heißen, wir wären vorbereitet. Das sind wir aber nicht." Stattdessen lobte er Galasek dafür, auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen. "Er könnte es sich einfach machen und die ganzen Routiniers bringen. Das wäre aber entgegen unserer Philosophie." Vielmehr seien die vielen Verletzten der Grund allen Übels.Da die Kontrahenten auch nicht "übermäßig punkten", sei das Ruder noch herumzureißen. Das ist auch notwendig, sonst droht der SpVgg SV eine besonders frostige Winterpause.
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