Fußball: Spielgemeinschaft zwischen FC Schwandorf und SC Ettmannsdorf II wird gegründet
Vernunftehe zwischen ehemaligen Lokalrivalen

Die Vertreter des SC Ettmannsdorf und des FC Schwandorf wollen im Fußball zusammenarbeiten. Das vereinbarten Karl Mailbeck, Dr. Norbert Frank, Christian Rinn, Georg Fleischmann, Martin Baumann, Peter von der Sitt, Reinhard Mieschala und Klaus Köhler (von links). Bild: rid
Sport
Schwandorf
28.03.2016
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Der ruhmreiche FC Schwandorf ordnet sich der zweiten Mannschaft des SC Ettmannsdorf unter. Mit einer solchen Prognose wäre man noch vor einigen Jahren für verrückt erklärt worden. Nun kommt es tatsächlich so. In der neuen Saison bilden die Fußballabteilungen beider Vereine eine Spielgemeinschaft SG Ettmannsdorf/Schwandorf und melden sie für die Kreisliga an. Dort liegt Aufsteiger SC Ettmannsdorf II momentan im Tabellenmittelfeld. Und eine weitere Mannschaft wird als SG Schwandorf/Ettmannsdorf eine oder zwei Klassen darunter antreten.

Was die Funktionäre beider Vereine jetzt als "zukunftsweisend" anpreisen, ist aus der Not heraus geboren worden. Der SC Ettmannsdorf braucht für seinen Trainings- und Spielbetrieb dringend mehr Plätze, während der FC Schwandorf sportlich am Ende ist. Vor Jahren, als die beiden Clubs noch auf Augenhöhe spielten, scheiterten die Fusionsgespräche an den Befindlichkeiten der Verantwortlichen.

Immer noch gibt es in der Stadt zehn Fußballvereine, die - sieht man vom Landesligisten SC Ettmannsdorf ab - , auf Kreis- und A-Klassenniveau (früher B- und C-Klasse) kicken. In den Dörfern macht das durchaus Sinn, da ist der Sportverein ein Förderer des gesellschaftlichen Lebens. In der Stadt wäre es wohl klüger gewesen, die Kräfte zu bündeln und das sportliche Niveau zu steigern. Beispiele dafür gibt es genug. Dabei hätte Schwandorf oberpfalzweit Vorreiter sein können. Schon vor 40 Jahren machte der damalige Oberbürgermeister Dr. Josef Pichl einen ersten Versuch. Der TSV Schwandorf sollte vom Hubmannwöhrl und der FC Schwandorf von den Ettmannsdorfer Naabauen aussiedeln und unter dem Dach des Sepp-Simon-Stadions eine gemeinsame sportliche Heimat finden. Doch die beiden Vorsitzenden Leo Schmid (FC) und Michael Kaplitz (TSV) fanden nicht zueinander, wohl wissend, dass sie in den eigenen Reihen für eine Fusion keine Mehrheit finden würden.

Seit dieser Zeit fanden immer wieder Gespräche statt, die aber alle im Sande verliefen. Selbst eine Jugendfördergemeinschaft zerbrach am Egoismus der Vereine. Weder der Stadtverband für Sport noch die jeweiligen Rathauschefs zeigten zudem ein gesteigertes Interesse an einer Bündelung.

Nun zwingen die Umstände zum Handeln. Für die einstigen Rivalen ist es sicher keine "Liebesheirat", höchstens eine "Vernunftehe". Was beim Gespräch am Freitag im Sportheim des SC Ettmannsdorf allerdings positiv auffiel: Die Vertreter der beiden Vereine blendeten die Vergangenheit aus und richteten den Blick nach vorne. Einhelliger Tenor war: Die Förderung der Fußballtalente in der Stadt müsse im Vordergrund stehen, nicht das Traditionsdenken der Altvorderen.
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