Interview mit Eintracht-Schwandorf-Torwart Roland Haug, Organisator des Jahn-Erlebnistages
Kloppo-Preis für Taktik-Füchse

Sport
Schwandorf
01.10.2014
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Torwart Roland Haug vom FT Eintracht Schwandorf organisiert zusammen mit den Verantwortlichen des SSV Jahn den Erlebnistag am 15. Oktober.

Die Bewerbungsphase läuft – Fußball-Mannschaften aus dem Landkreis können Spieler für die Landkreisauswahl nominieren, die am 15. Oktober im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion gegen Drittligist Jahn Regensburg antritt.

Aber auch jedes Kicktalent aus dem Verbreitungsgebiet des Medienhauses darf seine Initiativbewerbung einreichen: ein Steckbrief mit den Eckdaten der fußballerischen Fähigkeiten und ein Taktikplan, mit welcher Strategie ihr gegen den Jahn antreten würdet, genügen – schriftlich oder als Zeichnung an juergen.herda@derneuetag.de. Der beste Taktiker wird mit dem Kloppo-Ehrenpreis ausgezeichnet und als Co-Trainer nominiert.

Herr Haug, am 15. Oktober gastiert Drittligist Jahn Regensburg im Sepp-Simon-Stadion, um gegen eine Landkreis-Auswahl plus zu spielen? Welchen Stellenwert hat für einen mehr oder minder ambitionierten Oberpfälzer Fußballer so ein Match gegen den Traditionsverein?

Haug: Der SSV Jahn ist in der Oberpfalz der einzige Proficlub. Das ist natürlich ein schönes Erlebnis für jeden, der unterklassig spielt. Für die allermeisten wird es das nur einmal im Leben geben – bei uns freut sich jeder drauf.

Nun kriselt es derzeit beim SSV ganz schön – denken Sie, dass das die Lust auf das Spiel mindert oder sogar die Chancen der Auswahl erhöht, den jungen Profis eins auszuwischen?

Haug: Bei den ausgewählten Spielern schmälert das die Lust überhaupt nicht. Ich sehe das so, dass wir den Jahn bei dieser Aktion ein wenig aufmuntern können, damit er wieder einen positiven Lauf bekommt. Vielleicht denken manche tatsächlich daran, eine Überraschung zu schaffen …

Wie beim sensationellen 6:6 ins Ensdorf, auch ein Spiel, das unser Medienhaus „verlost“ hat – allerdings muss man fairerweise sagen, dass das damalige Zweitliga-Aufstiegsteam wohlweislich nach der großen Fete mit Sonnenbrillen anreiste und offensichtlich viel Spaß hatte ...

Haug: Ensdorf war ein eingespieltes Team, die Landkreisauswahl eine zusammengewürfelte Mannschaft, wenn auch mit dem einen oder anderen guten Fußballer. Man kennt noch nicht die Laufwege der anderen. Es wäre schon eine große Sensation, wenn die Landkreisauswahl ein Unentscheiden holen würde. Aber wichtiger ist für uns die Freude am Spiel – und für den Jahn, dass er endlich mal wieder Werbung für sich machen und vielleicht ein paar Schwandorfer nach Regensburg ins Stadion locken kann.

Wie ist Ihre persönliche Haltung zum Jahn – schauen Sie sich die Heimspiele an?

Haug: Regelmäßig schaffe ich es leider nicht, aber drei- bis viermal im Jahr schaue ich mir schon Heimspiele an. Ich bin ja selbst noch aktiv, da ist das immer etwas schwer einzurichten.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung?

Haug: Die Fans sind jetzt natürlich sehr unzufrieden. Ich kann nicht sagen, woran es liegt. Da bin ich zu weit weg. Das ist eine junge Truppe, finanziell ist der Verein auch nicht so gesegnet. Regensburg hat ganz andere Voraussetzungen wie die U23-Teams von Dortmund und Mainz oder die größeren Fußballstädte wie Dresden, Duisburg oder Osnabrück, die noch viel mehr Potenzial im Umfeld haben.

Sie selbst sind Torwart bei der FT Eintracht Schwandorf: Versprechen Sie uns, gegen den Jahn den Kasten sauber zu halten?

Haug: Wenn ich drin stehen sollte, werde ich das immer probieren – das ist das Ziel eines jeden Torwarts.

Es gibt zwei Wege, sich für die Auswahl zu qualifizieren: Die Nominierung durch einen Verein im Landkreis Schwandorf oder die Initiativbewerbung an die Zeitung: Beschreiben Sie mal das Qualifikationsprofil – was müssen die Bewerber mitbringen, um eine Chance zu haben, ins Jahn-Bezwinger-Dreamteam vorzustoßen?

Haug: Dass die Bewerber Fußball spielen können, davon gehe ich mal aus. Es ist aber auch viel taktisches Verständnis nötig. Das sieht man natürlich erst auf dem Fußballplatz, wie er die Laufwege geht, wie er sich am Platz bewegt, wie er Wege öffnet und schließt.

Was dürfen wir uns unter dem Jahn-Erlebnistag am 15. Oktober vorstellen – was ist da geboten?

Haug: Der Jahn veranstaltet da ein kleines Rahmenprogramm mit Torwandschießen – da gibt‘s jede Menge Sachpreise zu gewinnen. Außerdem ist ein Stand mit Fanartikeln vor Ort, es gibt eine Autogrammstunde und natürlich ist auch Jahni, das Maskottchen dabei.

Erzählen Sie uns mal in drei Sätzen die Erfolgsgeschichte des FT Eintracht Schwandorf – wo kommt ihr her, wo steht ihr jetzt, wo wollt ihr hin?

Haug: Wir sind ja gerade mal aus der A Klasse in die Kreisklasse-West aufgestiegen und jetzt vielleicht die Überraschungsmannschaft als Sechster mit vier Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen. Am Wochenende hatten wir das Derby gegen Mitaufsteiger Weinberg – leider reichte es nur zu einem 0:0. Die Eintracht ist eine Neugründung von 2003 nach der Insolvenz des FC Linde Schwandorf, der Landesliga und sogar Bayernliga gespielt hatte, dann aber leider konkurs ging.

Eintracht ist auch programmatisch gemeint?

Haug: Genau, wir wollen zusammenhalten, alle ziehen an einem Strang. Ich bin jetzt seit vier Jahren dabei. Der Verein konnte zunächst in der BOL weitermachen, ist dann bis in die Kreisliga durchgereicht worden. 2005 kam der Neuanfang in der B-Klasse. Wir sind gleich im ersten Jahr aufgestiegen und seit letztem Jahr in der Kreisklasse-West.

Was habt ihr für Ziele?

Haug: Unser Ziel ist vor allem, die jungen Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen. Ich denke, in den nächsten ein, zwei Jahren schaffen wir den Sprung in die Kreisliga – vor allem aber wollen wir den FC Schwandorf überholen ...

Habt ihr bei eurer guten Jugendarbeit auch Nachwuchspotenzial für den Jahn?

Haug: Wir haben schon drei Spieler an den Jahn abgegeben. Der letzte wechselte vor drei Jahren an die U15. Wir sind der einzige Verein, der alle Mannschaften von der F- bis zur A-Jugend ohne Spielgemeinschaften besetzen kann. Jetzt haben wir auch noch Mädchen-D-Juniorinnen. Unsere Damenmannschaft spielt in der Bezirksliga.

Euer größter Wunsch?

Haug: Was uns noch fehlt, ist ein Großsponsor. Das ist bei acht Stadtvereinen sehr schwierig – aber wir haben mit unseren vielen Jugendmannschaften auch enorm viel anzubieten, wenn man nur mal an den potenziellen Fachkräftebedarf von morgen denkt. Außerdem sind wir mit Internetseite und Facebookseite präsent.

Jahn-Erlebnistag am 15. Oktober

Um 17 Uhr geht‘s los im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion mit Torwand, Fanartikel-Verkauf und Jahni.
17.30 Uhr: Autogrammstunde
18.30 Uhr: Testspiel SSV Jahn Regensburg vs. Landkreisauswahl
20.30 Uhr: Pressekonferenz zum Testspiel
21 Uhr: Ende des Jahn Erlebnistages

Eintritt für Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 5 Euro (Studierende, Rentner, Gehandicapte). Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren genießen freien Eintritt.