Profitraining in Katzdorf
Eine Überraschung für Vollath

Fachsimpeln auf der Anlage des SC Katzdorf: Günter Kohl (rechts) und Zweitliga-Torwart René Vollath vom Karlsruher SC während der Trainingseinheit. Bild: Maier
Sport
Schwandorf
08.06.2016
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Zurück zu den Wurzeln: Fußballprofis wissen manchmal nicht mehr, wo sie herkommen, wo ihre Grundlagen für den Erfolg gelegt wurden. Oberpfälzern passiert das nicht.

Katzdorf. René Vollath lacht amüsiert: "Ich war ein schwieriges Kind, ich hatte schon damals meinen eigenen Kopf." Damals auf dem Fußballplatz. René war acht Jahre alt, und Günter Kohl trainierte den jungen Torwart aus Schwandorf das erste Mal. Mittlerweile ist René 26 Jahre alt, Kapitän des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC und war auch Junioren-Nationaltorwart. " Er hat sich als Persönlichkeit natürlich entwickelt", sagt Kohl. Aber er sei noch immer total geerdet, "derselbe Typ wie früher".

Knackiges Torwarttraining


Gerne ist Vollath der Einladung Kohls zu einem gemeinsamen Training am Sonntagnachmittag gefolgt. Auch Wolfgang Hesl, der Keeper von Arminia Bielefeld, wollte mitmachen. Kohl hat auch Hesl in jungen Jahren trainiert und zu einem Torwart der Extraklasse geformt. Der Arminia-Torwart, der derzeit mit seiner Familie in Schwarzenfeld Urlaub macht, musste aber aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, konnte nicht auf die Anlage des SC Katzdorf kommen, wo Kohl alles für ein knackiges Torwarttraining vorbereitet hatte. Neben Vollath nahm Kohl auch Daniel Hanke, den Keeper des Bayernligisten SSV Jahn II, der jetzt zum Landesliga-Aufsteiger SV Donaustauf wechselt, und den Katzdorfer Bezirksliga-Torwart Manuel Baumann "unter Beschuss". "Das sind auch zwei sehr talentierte Jungs", lobt Kohl, der selbst zu seiner aktiven Zeit bei vielen großen Oberpfälzer Vereinen (FC Amberg, SpVgg Weiden, FC Schwandorf oder TuS Rosenberg) im Tor stand. Schon lange hat er sich der Entwicklung der Talente verschrieben. "Es macht einfach wahnsinnig Spaß, solche Leute zu entwickeln, zu formen", sagt der Lehrer an einer Schwandorfer Schule.

Zwei Stunden bearbeitete er die drei Keeper, ein stattliche Zahl an Zuschauern sah sich die Trainingseinheit an. Vollath gab seinen Kollegen immer wieder Tipps aus Profi-Sicht. Kohl schonte die Jungs nicht. "Welche Übung machen wir jetzt", fragte Vollath. "Lass dich überraschen", antwortete Kohl. "Ich bin doch für meine Überraschungen bekannt." Sagt's und donnert den Ball in die Maschen, unhaltbar für den Zweitliga-Keeper.

Vollath hat trotzdem Riesenspaß, auch wenn er für diese Einheit seinen Sommerurlaub kurz unterbrechen musste. "Günter ist ein sensationeller Mensch und Trainer", lobt ihn der KSC-Keeper. "Er hat sehr gute Ansichten." Was die Ausbildung der Torhüter, was aber auch das Leben betrifft.

Der Kontakt ist nie abgerissen. Man unterhält sich über vieles. Kohl versucht, so viele Spiele wie möglich von Vollath und Hesl am Bildschirm zu sehen. Und dann geht's schon an in die Analyse. "Wir telefonieren manchmal schon im Bus, wenn wir auf der Rückfahrt vom Spiel sind", berichtet Vollath. Kohl seziert das Torwartspiel, spricht Fehler klar an. Für Vollath kein Problem: "Günters Meinung ist mir sehr wichtig."

Wir telefonieren auch teilweise schon im Bus, wenn wir auf der Rückfahrt vom Spiel sind.René Vollath übers Fachsimpeln mit Günter Kohl
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