Tischtennis
Ein starker Neuzugang

Der Iraker Munir Jassem hat als Nationaltrainer und als aktiver Spieler in seinem Land Erfahrung gesammelt. Jetzt schlägt er für den TV Wackersdorf auf. Bild: hfz
Sport
Schwandorf
03.11.2016
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Er war mehrmaliger arabischer Meister und irakischer Nationaltrainer. Jetzt verstärkt Munir Jassem die Tischtennismannschaft des TV Wackersdorf.

Wackersdorf. Die Tischtennis-Abteilung freut sich auf einen prominenten Neuzugang. Der mehrmalige arabische Meister und ehemalige Nationaltrainer Munir Jassem schlägt ab sofort für den TV Wackersdorf auf. Als neue Nummer eins wird er ab der Rückrunde die 1. Herren-Mannschaft verstärken.

Seit mehreren Jahren trainiert der sympathische Iraker, Seite an Seite mit Hans Steger und einem sechsköpfigen Trainerteam, Wackersdorfer Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Unter ihrer Regie entwickelten sich bereits mehrere junge Talente zu erfolgreichen Herren-Spielern. In der Vergangenheit musste die TT-Abteilung jedoch ihre guten Jugendlichen immer an andere Vereine abgeben, um sie entsprechend zu fördern.

"Das muss sich ändern. Diese intensive Jugendarbeit muss belohnt werden", so Munir Jassem. Er möchte den Traum von Jugendleiter Gerd Stopfer unterstützen, der sich wünscht, dass alle Jugendlichen beim TV Wackersdorf bleiben. "Talente gibt es viele in Wackersdorf", sagt Munir voller Überzeugung. Er muss es schließlich wissen. Als ehemaliger Nationaltrainer hat er jede Menge Erfahrung. Er arbeitet hauptberuflich als Tischtennis-Trainer und betreibt ein erfolgreiches Leistungszentrum. Weiter ist er beim Bayerischen Tischtennis-Verband in der Trainer-Ausbildung tätig. Im Nebenerwerb arbeitet der Sportlehrer in mehreren Schulen im Raum Ingolstadt in der Nachmittagsbetreuung.

Auch sein soziales Engagement ist bewundernswert: Er unterstützt ehrenamtlich das örtliche Sozialamt als Dolmetscher und hilft so bei der Integration. Schließlich kam er selber vor 13 Jahren als Asylbewerber nach Deutschland. Er floh vor Husseins Leuten, weil sie ihm den Schlagarm brachen. Damals wollte er bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney aufgrund seines Alters nicht mehr antreten und schlug vor, junge Spieler zu nominieren.

"Die Tischtennis-Familie in Wackersdorf ist mir ans Herz gewachsen. Die Kinder sind nicht nur ehrgeizig, sondern auch liebenswert. Sie haben an meinem Geburtstag die Halle dekoriert und einen Kuchen gebacken. Hier zählt nicht nur die Leistung, sondern auch die Person", so Jassem.

In Zukunft möchte er sein Training in Wackersdorf noch mehr intensivieren. "Ich lade zusätzlich zu den Kindern auch alle Erwachsenenspieler, egal welcher Spielstärke, ins Training ein." Der freundliche Iraker möchte demnächst nach Wackersdorf oder in die nähere Umgebung ziehen und sucht derzeit eine Wohnung und einen neuen Nebenjob.
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