Unwürdig und denkwürdig
Bastian Steger sucht keine Ausreden für WM-Debakel

Sport
Schwandorf
08.03.2016
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Kuala Lumpur. Das war eines Vize-Weltmeisters nicht würdig - in doppelter Hinsicht: "Wir haben uns das Ende dieser WM nicht in der Nebenhalle vorgestellt." Auch Bundestrainer Jörg Roßkopf schob an den letzten Tagen der am Sonntag beendeten Tischtennis-WM in Kuala Lumpur immer noch Frust. In einem Zelt mussten die deutschen Herren die Platzierungsspiele bestreiten, die sie mit Platz 13 beendeten. "Der Boden war schief, das Geräusch der Klimaanlage indiskutabel laut und es herrschten fast schon eisige Temperaturen", beschrieb Bastian Steger die Szenerie. "Ich spiele seit 15 Jahren Welt- und Europameisterschaften, aber so etwas habe ich noch nie erlebt." Der aus Winklarn (Kreis Schwandorf) stammende Tischtennis-Profi konnte das denkwürdige Debakel für das deutsche Team auch nicht verhindern. Rang 13 war die schlechteste Platzierung seit 1985.

Steger wollte das katastrophale Abschneiden aber nicht auf die Gegebenheiten in Malaysia und den Ausfall wichtiger Leistungsträger schieben: "Die Bedingungen dürfen überhaupt keine Ausrede sein", sagte der 34-Jährige. "Außer für China macht es für jede Nation einen Riesenunterschied, ob die Spitzenspieler fehlen, aber wir haben auch so eine gute Mannschaft", meinte er. "Wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt." Die deutsche Nummer eins, Dimitrj Ovtcharov, hatte schon vor den Titelkämpfen verletzt abgesagt. Timo Boll schleppte eine Erkältung durchs Turnier, war nie fit und stand nur drei Mal am Tisch.

Trotz des schlechten Abschneidens: Steger könnte hinsichtlich der Nominierung für die Olympischen Spiele ein kleiner Gewinner im deutschen Team sein. "Mit meiner 6:2-Bilanz kann ich insgesamt sehr zufrieden sein." Roßkopf darf drei Spieler für Rio nominieren. Ovtcharov und Boll sind gesetzt. Nach den Ergebnissen von Kuala Lumpur könnte Steger die besten Chancen haben. Auch aufgrund seiner Doppelstärke, die im Gegensatz zu einer WM bei Olympia gefragt ist. Und so hätte diese merkwürdige WM doch noch etwas Gutes.
Der Boden war schief, das Geräusch der Klimaanlage indiskutabel laut und es herrschten fast schon eisige Temperaturen.Bastian Steger über die Bedingungen
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