32-Jährige mit mehreren Vorstrafen betrügt Staat über mehrere Jahre - Richterin verzichtet auf ...
32-jährige Betrügerin kommt mit Bewährung davon

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Schwandorf
25.01.2016
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Sie ist eine Gewohnheitstäterin und saß dafür auch schon hinter Gittern. Musste nach einer erneuten Betrugsserie diesmal hart durchgegriffen werden? Der Staatsanwalt wollte das, die Richterin nicht. Sie gab der Schwandorferin eine letzte Bewährungschance.

Die Mutter zweier Kinder steht unter Betreuung. Ihr Leben bringt sie nur schwer unter Kontrolle, brachte zum Prozess vor der Amtsrichterin Petra Froschauer neun Vorstrafen mit: Betrug, Diebstahl, Unfallflucht, Vortäuschung einer Straftat und noch so einiges. Vor einiger Zeit hat sich die 32-Jährige entschlossen, eine Therapie beim Psychologen zu machen. Die Frage allerdings, die sich nun stellte, lautete schlicht: Ist bei ihr, um einen Ausdruck aus dem Volksmund zu gebrauchen, Hopfen und Malz verloren? Oder konnte man der Frau doch noch eine Chance geben?

Über 7000 Euro ergaunert


Was Staatsanwalt Stefan Schneider der Angeklagten vorwarf, nahm sich heftig aus. Über mehrere Jahre hinweg bezog die Schwandorferin finanzielle Unterstützungsleistungen vom Jobcenter. Insgesamt weit über 7000 Euro. Sieben Mal gab es sogenannte Verlängerungsanträge. Dabei verschwieg die 32-Jährige von Beginn an, dass sie monatliche Unterhaltszahlungen von ihrem geschiedenen Mann bekam. Ein betrügerisches Vorgehen also. Daran bestand kein Zweifel. Dass sie die Unterhaltsleistungen nicht nannte, gab die Beschuldigte auf Anraten ihres Verteidigers Dr. Gunther Haberl zu.

Danach wurden die Vorstrafen debattiert, kamen Urteile zur Verlesung. Geldstrafen waren von der Justiz verhängt worden, auch in Haft hatte man die 32-Jährige für mehrere Monate geschickt. Doch sie machte weiter. "Bei vollem Schuldbewusstsein", wie der Amberger Landgerichtsarzt Dr. Reiner Miedel in seiner Eigenschaft als Sachverständiger attestierte.

Eine schwierige Entscheidung für die Richterin. In seinem Plädoyer beantragte Staatsanwalt Schneider eine Gefängnisstrafe von 19 Monaten, wollte mehrere Vorahndungen darin einbezogen sehen und ließ erkennen: "Zur Bewährung besteht kein Anlass mehr."

200 Arbeitsstunden


Dagegen wandte sich Verteidiger Haberl. 15 Monate seien ausreichend, unterstrich er und fügte hinzu, man könne der Mutter zweier Kinder durchaus noch eine Bewährungschance geben. Sie sei bereit, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen. Die Richterin überlegte lange. Dann verhängte sie 18 Monate mit Bewährung. Eine weitere Chance also für die 32-Jährige. Allerdings muss sie 200 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. In ihrem Schlusswort hatte die Frau gesagt: "Ich entschuldige mich beim Staat. Bitte schicken Sie mich nicht ins Gefängnis."
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