38-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf vor dem Schwurgericht Amberg
Vater soll zweijährigen Sohn schwer misshandelt haben

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Schwandorf
24.08.2016
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Schwandorf/Amberg. Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 38-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf soll im vergangenem Sommer seinen damals zweijährigen Sohn sexuell schwer missbraucht haben. Das Fatale: Der Angeklagte war bereits knapp vier Jahre in Haft. Bereits 2003 hatte ihn das Landgericht Regensburg verurteilt, weil er sich an seinem Sohn aus erster Ehe vergangen hatte. Damals konnten dem Angeklagten drei eindeutige Übergriffe an seinem Sohn nachgewiesen werden, die der 38-Jährige mit einer Videokamera aufgenommen und per E-Mail versandt sowie ins Internet eingestellt hatte.

Seit Anfang Dezember ist der Mann nun wieder in der Justizvollzugsanstalt in Straubing inhaftiert. Am Dienstag war vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Amberg erster Verhandlungstag. Zur Festnahme kam es, weil seine damalige Frau, ebenfalls 38, das Handy des Angeklagten im Bad gefunden hatte.

Als die Frau die Bilder durchstöberte, sah sie ein Foto, auf dem der Angeklagte mit seiner Geliebten in einer eindeutigen Pose zu sehen war. "Das ist schon schlimm gewesen", sagte die Zeugin. Als die Frau weiterblätterte, erkannte sie ihr Wohnzimmer und habe im ersten Moment gedacht, dass der dreifache Vater seine Geliebte mit nach Hause gebracht habe. Allerdings erkannte sie dann Kinder auf den Bildern, auf denen sexuelle Handlungen zu sehen waren. Daraufhin hat die 38-Jährige nach eigener Aussage den Angeklagten angeschrien und ihn aufgefordert zu gehen. Sie verständigte schließlich die Polizei. Beamte nahmen den Mann aus dem Landkreis noch am selben Tag fest.

Konkret wurde dem 38-Jährigen vor Gericht vorgeworfen, dass er im Sommer 2015 seinen damals zweijährigen Sohn sexuell schwer misshandelt und die Tat dabei gefilmt haben soll. Zwei Übergriffe sollen im Wohnzimmer sowie im Schlafzimmer des angemieteten Hauses stattgefunden haben. Auf diversen Medien entdeckten Ermittler schließlich fünf kinderpornografische Bilder und 31 Videos. 70 weitere Dateien seien zumindest verdächtig, hieß es. Über Details soll ein Vertreter einer Auswertungsstelle am Donnerstag aufklären, wenn die Hauptverhandlung fortgesetzt wird. An diesem Tag peilt die Vorsitzende der Strafkammer, Landgerichts-Vizepräsidentin Richterin Roswitha Stöber auch Plädoyers und Urteilsverkündung an.

Zu einem weiteren Vorfall war es bereits im August vergangenen Jahres gekommen. Damals nutzte die 38-jährige Mutter den gemeinsamen Rechner. Auf einem USB-Stick fand sie kinderpornografische Bilder. Den Datenspeicher brachte sie daraufhin zu ihrem Nachbarn, der ihn verwahren sollte, und verständigte die Polizei. Als die Frau den Angeklagten mit dem Fund konfrontierte, erklärte er, dass der Stick zusammen mit einem anonymen Brief gekommen sei. Solche würden seit 2014 im Postkasten der Familie landen. Zum damaligen Zeitpunkt, ergab eine Zeugenaussage, gab es aber noch keinen Verdacht wegen schweren sexuellen Missbrauchs. "Nur" die kinderpornografische Dateien waren Thema. Hinzu kommt der Verdacht, dass sich der Angeklagte auch am ersten, heute achtjährigen Sohn aus zweiter Ehe vergriffen haben soll. Der Junge habe dies der Mutter erzählt, die es der Polizei gemeldet haben, die Aussage zog sie aber zurück. (Hintergrund )
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