Agentur für Arbeit besucht Moschee
Allah hilft beim Fasten

Imam Ibrahim Deniz und der türkisch-stämmige Schwandorfer Stadtrat Ferdi Eraslan (hinten, von links) informierten eine Delegation aus der Agentur für Arbeit über Glauben und Leben der Muslime. Die Gäste setzten sich dazu auf den Boden des großen Gebetsraumes der Schwandorfer Moschee. Bild: Dobler
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Schwandorf
08.06.2016
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Die vielen Flüchtlinge stellen für die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit eine große Herausforderung in der täglichen Arbeit dar. Mit einem Gespräch in der Moschee sollte nun die interkulturelle Kompetenz der Berater und Vermittler gestärkt werden. Dabei ging es auch um die Frage, wie man den Fastenmonat Ramadan übersteht.

Anlass für den Besuch war der sogenannte "Deutsche Diversity-Tag". Er war gestern und hatte das Ziel, andere Kulturen wertschätzen zu lernen - gerade auch in einer großen Einrichtung, wie sie die Arbeitsagentur darstellt.

Bereichsleiter Wolfgang Zwicknagl führte daher eine Delegation von Mitarbeitern aus dem gesamten Arbeitsamtsbezirk an, die in der Moschee an der Schwandorfer Max-Planck-Straße von Imam Ibrahim Deniz und dem Schwandorfer Stadtrat Ferdi Eraslan empfangen wurde. Eraslan ist Mitglied des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, der die Moschee betreibt und etwa 160 Mitglieder hat.

"Das Thema Migration und Flucht ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit", sagte Zwicknagl, verwies aber auch darauf, dass die Agentur schon seit Jahrzehnten mit Kunden nicht-deutscher Herkunft zu tun hat. Trotzdem stellten die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen mit der enorm gestiegenen Zahl von Flüchtlingen und Asylsuchenden eine große Herausforderung dar. Dies erhöhe die Anforderungen an die BA-Beschäftigten vor allem im Bereich interkultureller Kompetenzen.

Wichtiges Freitagsgebet


Sie zu fördern gaben sich der nur türkisch sprechende Imam und Ferdi Eraslan als sein Dolmetscher größte Mühe. So lernten die Besucher die wichtigsten Örtlichkeiten in der Moschee kennen und durften die grundlegenden religiösen Rituale miterleben - vom Gebetsruf bis zur Predigt. Den Gäste wurden im zentralen Gebetsraum der Moschee der Mihrab vorgestellt, eine vertiefte Nische an der Stirnseite der Moschee, auf die sich alle Betenden auszurichten haben.

Neben dem Mihrab ist der Mimbar, eine Kanzel mit mehreren Stufen, die beim Freitagsgebet vom Gemeindeleiter oder einem Beauftragten für eine Predigt bestiegen wird. Überdies gibt es den Kursi, ein erhöhtes Vorlesepult zur Ablage eines Koranexemplars, das vor dem Gemeinschaftsgebet für eine Auslegung des Korans benutzt wird.

Das Gespräch drehte sich aber nicht nur um Fragen des gelebten Glaubens, sondern auch um ganz praktische Themen aus dem Bereich der Vermittler und Berater. So lag es nahe, auch darüber zu sprechen, an was ein Betrieb denken müsse, wenn er Muslime einstellen möchte. "Wenn ein Gläubiger seine Gebetszeiten nicht vernachlässigen möchte, dann wäre es gut, wenn es Räume für das Gebet geben würde", wünschte sich Imam Ibrahim Deniz. Schön wäre auch, wenn die Muslime zum Freitagsgebet in die Moschee gehen dürften. Denn dieses Gebet am frühen Freitagnachmittag ist das einzige in der Woche, das in Gemeinschaft gebetet werden muss. "Das muss man sich wie einen Sonntagsgottesdienst vorstellen", verdeutlichte Stadtrat Eraslan.

Nichts essen, nichts trinken


Da am Dienstag der Fastenmonat Ramadan begonnen hat, war eine Nachfrage in diese Richtung vorhersehbar. "Wie hält man das nur aus, tagsüber nichts essen und trinken, auch nicht in der Arbeit?", zeigte sich eine Besucherin verwundert. Die Antwort war ein geheimnisvolles Lächeln des Imams und seine Worte: "Allah hilft dir dabei." Das war dann nicht mehr zu hinterfragen.

Das Thema Migration und Flucht ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.Bereichsleiter Wolfgang Zwicknagl, Agentur für Arbeit Schwandorf
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