Alfred Braun sieht den Kreisverband des BRK gut aufgestellt
Vor dem Abschied als BRK-Direktor

Alfred Braun sieht den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes gut aufgestellt. Bild: Hösamer
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Schwandorf
29.12.2015
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Alfred Braun war gerade einen Monat Kreisgeschäftsführer, als das Bayerische Rote Kreuz zum Großeinsatz gerufen wurde: Die DDR-Übersiedler waren zu versorgen. 26 Jahre später sind es wieder Flüchtlinge, die Braun beschäftigen. Und die Suche nach seinem eigenen Nachfolger.

Swandorf. (ch) Die Versorgung der Übersiedler 1989, die unter anderem mit Zügen in den Landkreis kamen und auch in Kasernen untergebracht wurden, erwischte Braun als Neuling. Am 1. September 1989 hatte er beim BRK begonnen, am 1. Oktober die Verantwortung als Kreisgeschäftsführer übernommen. Er sollte erst einmal eingearbeitet werden. Stattdessen war der heute 62-jährige Fronberger gleich bei einem Großeinsatz mit bis zu 650 Kräften gefordert. "Es ist schon seltsam, welche Parallelen es manchmal gibt", sagt er im NT-Gespräch mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation. Der Kreisverband sei zwar heute bei weitem nicht so intensiv gefordert wie die Kameraden in Passau oder im Kreis Rottal-Inn. Aber in den Notunterkünften - zuerst in Burglengenfeld, dann in Wackersdorf und jetzt in der ehemaligen Triumph-Halle in Schwandorf - sei dennoch genug zu tun, sei es in Sanitätsdiensten oder bei der Kleiderversorgung. Der Kreisverband habe eine Sozialarbeiterin eingestellt, die sich um die Geflüchteten kümmert, in der Triumph-Halle soll eine Außenstelle der Kleiderkammer eingerichtet werden.

"Ohne Aufschrei"


"Das geht alles ohne großen Aufschrei", erklärt Braun, der Kreisverband könne sich auf seine vielen Kräfte und die Hintergrunddienste verlassen. "Wir können Engpässe immer auffangen." Die Lage sei "wesentlich entspannter als 1989", blickt Braun zurück. Damals, als "Newcomer", musste schon mal in einer Hau-Ruck-Aktion Bargeld für die "Friedlandhilfe" aus dem Tresor der Sparkasse geholt werden. "Da bin ich dann durch den Landkreis gefahren und habe Geld verteilt", sagt Braun. "Die Erfahrung, dass auf das Riesenpotential der Haupt- und Ehrenamtlichen Verlass ist, hat mich geprägt."

Ende September 2016 wird Alfred Braun in Ruhestand gehen. Der Verbandsdirektor hat vor seiner Zeit beim BRK als Verkaufsleiter im Baywa-Baustoffhandel gearbeitet und war auch Betriebsrat. "Da habe ich den Umgang mit den Mitarbeitern gelernt", sagt Braun.

Gerade das ablaufende Jahr habe ihn nochmal stark gefordert. Nach langen Verhandlungen konnte das BRK das ehemalige Nabburger Krankenhaus übernehmen - ein Wunschprojekt Brauns. Als Gesundheits- und Betreuungszentrum sieht er in dem Haus großes Potenzial, den offenen und beschützenden Wohnbereich sowie die geplante Tagespflege betrachtet er als ideale Ergänzung zum Seniorenheim "Arche Noah" in Nabburg, das ebenfalls vom BRK-Kreisverband betrieben wird.

Seit seinem Antritt vor 26 Jahren haben sich die Geschäftsfelder des Roten Kreuzes stark erweitert. 1996 wurde in Bruck der erste Kindergarten unter BRK-Trägerschaft eröffnet, heute betreibt der Kreisverband 15 Kindertagesstätten im Landkreis. "Und das wird noch mehr", ist Braun sicher.

Das Wachstum drückt sich auch in Zahlen aus: 1989 zählte der Kreisverband 110 Beschäftigte und machte einen Umsatz von rund acht Millionen Mark (etwa 4,01 Millionen Euro). 425 Hauptamtliche beschäftigt der Kreisverband heute, dazu kommen rund 2500 ehrenamtliche Helfer in den Bereitschaften. Der Umsatz liegt bei rund 20 Millionen Euro. Nächstes Großprojekt mit Millionenaufwand für den Kreisverband wird die Sanierung des Seniorenheims Burglengenfeld sein. Das wird aber schon den Nachfolger Brauns beschäftigen. Die Stelle ist bereits ausgeschrieben. "Ich glaube, ich übergebe ein wohlbestelltes Haus", blickt Braun voraus.

Enkel, Fußball, Oldtimer


Am 1. Oktober 2016 ist sein erster Tag im Ruhestand. Dann ist mehr Zeit für die Familie, vor allem für das Enkelkind. Und für die Hobbies: Da sind einmal Oldtimer (ein alter Traktor und ein Auto) und auch der Fußball bei den "Alten Herren" des ASV Fronberg. "Ich habe keine Bange, dass ich in ein Loch falle", bleibt Alfred Braun gelassen.
Ich glaube, ich übergebe ein wohlbestelltes Haus.BRK-Verbandsdirektor Alfred Braun
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