Anhänger stürzt um
Gefahrgutunfall: Entwarnung [Aktualisierung]

Feuerwehrleute inspizieren unter schwerem Atemschutz den umgestürzten Anhänger. Bild: jma
Vermischtes
Schwandorf
09.08.2016
555
0

Gefahrgutunfälle lösen immer eine größere Alarmierungskette aus, ebenso am Dienstag in Nittenau: Ein mit entsprechenden Schildern gekennzeichneter Lkw-Anhänger war auf dem Edeka-Parkplatz umgekippt.




Nittenau. (ch/sir/jma) Der 40-jährige Fahrer hatte den Anhänger seines 7,5-Tonners offensichtlich einseitig beladen. An der Rangieren auf dem zum Parkplatz an der Brucker Straße kam der Anhänger ins Schlingern und kippte um. Wegen des vermeintlichen Gefahrguts rückten gleich drei Feuerwehren aus Nittenau, Bergham und Bruck mit rund 70 Mann aus. Sie gingen unter schwerem Atemschutz an die Arbeit. Pulver war aus dem Anhänger ausgetreten, auch Flüssigkeiten sollten geladen sein. Was genau, war zunächst unbekannt. Nachfragen bei den Lieferanten und die Frachtpapiere ergaben, dass es sich um PVC-Granulat zur Kunststoffherstellung und Bohrmilch handelte.
Das Granulat sollte nicht direkt mit der Haut in Berührung kommen, es kann zu Verätzungen führen. Die Vorsichtsmaßnahmen der Feuerwehr erwiesen sich also als richtig, auch wenn der Lkw streng genommen nicht als Gefahrguttransporter hätte gekennzeichnet werden müssen. Die orange-farbenen Tafeln seien wohl eher aus Unkenntnis aufgeklappt worden, sagte der Dienststellenleiter der Nittenauer Polizei, Hauptkommissar Rainer Hirschmann, dem NT. „Der Fahrer meinte wohl, er könnte etwas gefährliches geladen haben und klappte die Schilder vorsichtshalber auf.“ Die Behälter mit der Bohrmilch blieben dicht, ein Behälter mit Granulat war aufgeplatzt.
Den Feuerwehrleuten wurde zunächst angeordnet, jeglichen Hautkontakt zu vermeiden, die Einsatzkräfte gingen mit entsprechender Schutzausrüstung vor. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt, ausgetretene Granulat wurde entfernt. Dann ging es darum, die Ladung so zu bergen, dass nicht noch mehr austritt. Dazu wurde ein Kranwagen an die Unfallstelle beordert. „Im Endeffekt war das ein Kleinunfall mit großem Aufwand“, sagte Hirschmann. Der Schaden am Lkw-Anhänger dürfte bei etwa 10 000 Euro liegen, verletzt wurde niemand.
Weitere Beiträge zu den Themen: Unfall (821)Nittenau (5)Gefahrgut (5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.