Ausstellung "Schwandorfer Biergeschichten" eröffnet
70 Ausschankstellen in der Stadt

Autor Alfred Wolfsteiner (links) präsentierte sein Buch "Schwandorfer Biergeschichten". Josef Fischer stellte Bilder zum Thema aus. Bild: Hirsch
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Schwandorf
27.04.2016
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Seit 30 Jahren beschäftigt sich Alfred Wolfsteiner mit dem Thema. Als er nach Quellen für sein Buch "Schwandorfer Biergeschichten" suchte, war er dennoch überrascht über die Fülle der Informationen. Der Bibliothekar stieß auf eine "medizinische Ortsbeschreibung" aus dem Jahre 1799, die über den Bierkonsum der Bevölkerung berichtet. Weitere Quellen waren die Chroniken von Joseph Pesserl und Georg Hubmann. Schließlich konnte Autor Alfred Wolfsteiner in den Anekdotenbänden von Franz Sichler und den Erinnerungsbüchern von Pepp Ehbauer, Josef Karl und Fritz Buchfink aus dem Vollen schöpfen. Zu einer Fundgrube hat sich das Stadtarchiv entwickelt. Leiter Josef Fischer besorgte nicht nur historische Aufnahmen zur Illustration des Wolfsteiner-Buches, sondern auch für die Ausstellung, die er am Dienstag zusammen mit Oberbürgermeister Andreas Feller im Rathaus eröffnete.

Vor 100 Jahren gab es in der Stadt 70 Bier-Ausschankstellen, davon allein 18 am Marktplatz. Das hat Josef Fischer beim Studium der Unterlagen herausgefunden. "Schwandorf hatte immer mit Bier zu tun", so seine Recherche. Alfred Wolfsteiner hatte dafür auch eine Erklärung. Das Wasser sei zur damaligen Zeit so verschmutzt gewesen, dass es die Leute krank gemacht habe. "Das Bier wurde damit zum gesundheitsfördernden Getränk", so der Buchautor. In verdünnter Form auch für die Kinder.

Sieben Brauereien gab es nach dem Krieg in und um Schwandorf. Zwei sind noch übrig geblieben: Die Brauerei Rasel in Naabeck und die Brauerei Plank in Wiefelsdorf. In seinem Buch schreibt Alfred Wolfsteiner über das Braurecht. Es besaßen adelige Familien wie etwa das Geschlecht derer von Breidbach-Bürresheim in Fronberg. Die Stadt übte das Kommunbraurecht aus. Früh entstanden auch die Privatbrauereien Naabeck, Mehrl, Plank oder Schmidt-Bräu. Schließlich wurde auch den Kirchen das Braurecht zugestanden. Auf dem Grundstück der ehemaligen Kloster-Gaststätte der Kapuziner steht heute das Elisabethenheim. Das Buch "Schwandorfer Biergeschichten" umfasst 140 Seiten und kostet 17,90 Euro. Erhältlich ist es im städtischen Tourismusbüro und im örtlichen Buchhandel. Archiv-Leiter Josef Fischer hat 100 großformatige Bilder zu einer Ausstellung zusammengefügt. Zum Fundus gehören auch alte Schilder und Wappen der Brauereien.
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