Bäckerei Schertl feiert Jubiläum
Auch nach eineinhalb Jahrhunderten frisch

150 Jahre Bäckerei Scherl feierten (von links) Pfarrer Hans Amann, Kreishandwerksmeister Christian Glaab, zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl, Johann Bründl von der Genossenschaft " Bäko", Inhaber Kurt Scherl, Landrat Thomas Ebeling, Alexandra Scherl, Senior Kurt Scherl und Birgitt Gruschka von der Kreishandwerkerschaft. Bild: Hirsch
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Schwandorf
21.06.2016
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Den älteren Schwandorfern ist der "Reib'n Beck" noch ein Begriff. Die Straße führte rund um das Anwesen in der Spitalstraße 5. Daher der Name. An dieser Stelle gründeten Walburga und Josef Scherl 1866 eine Bäckerei mit Gast- und Landwirtschaft. 150 Jahre später feiert die mittlerweile fünfte Generation das Firmenjubiläum.

Der heutige Besitzer Kurt Scherl erinnerte bei einer Feier am Samstag an die Geschichte des Familienbetriebes, der alle Kriegswirren und Notzeiten überstanden hat, dann aber doch in der Existenz bedroht war. Am 15. August 1972 zerstörte ein heftiger Wolkenbruch das Inventar und machte das Haus unbewohnbar. Es musste abgerissen werden, das Grundstück erwarb die Stadt.

Kauf und Ausbau


Waltraud und Kurt Scherl, die Betreiber in der vierten Generation, ließen sich nicht entmutigen, erwarben zunächst eine Bäckerei in Burglengenfeld und kehrten 1978 nach Schwandorf zurück. Sie kauften das Anwesen am heutigen Standort in der Wackersdorfer Straße, bauten es aus und übergaben den Betrieb mit 25 Mitarbeitern im Juni 2000 an Sohn Kurt und dessen Ehefrau Alexandra.

Seit 16 Jahren führen sie die Bäckerei und haben seitdem den Mitarbeiterstamm verdoppelt. Vor einem Jahr investierten die Inhaber rund 250 000 Euro in den Umbau des Ladens, den Pfarrer Hans Amann am Samstag segnete. Gleichzeitig statteten sie die Backstube mit modernster Computertechnik aus. Getreu dem Leitspruch, den Scherl seit Jahren verfolgt: "Wir wollen die Besten sein." Zum Unternehmen gehören heute vier Filialen und zwei Verkaufswägen.

Kreishandwerksmeister und Bäckermeisterkollege Christian Glaab gratulierte zum Jubiläum und überreichte dem Ehepaar Alexandra und Kurt Scherl das Ehrenblatt der Handwerkskammer. Senior Kurt Scherl erhielt eine Anstecknadel zum goldenen Meisterbrief. Landrat Thomas Ebeling und zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl würdigten den Unternehmergeist und überzeugten sich bei der Besichtigung von der hochwertigen Ausstattung. Die Qualität der Ware bekommt der Familienbetrieb bei den regelmäßigen Brot- und Semmelprüfungen bestätigt. 2010 erhielt die Bäckerei den Staatsehrenpreis des Freistaates Bayern .

Übernahme ungewiss


Wird es eine sechste Generation geben? "Momentan schaut es nicht danach aus", sagte Kurt Scherl. Seine beiden Töchter Vanessa und Jessica haben beruflich andere Wege eingeschlagen. Die Eltern aber geben die Hoffnung nicht auf: "Wir sind für alles offen und flexibel, dafür sind wir Handwerker bekannt."
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