Bei der Hälfte der angezeigten Fälle im Landkreis bleibt es beim Versuch
Wohnungseinbruch: Prävention trägt Früchte

Landrat Thomas Ebeling und sein Pressesprecher Hans Prechtl ließen sich von Polizeipräsident Gerold Mahlmeister und seinem Vize Michael Liegl (von links) über die Sicherheitslage im Landkreis in formieren. Bild: ch
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Schwandorf
17.05.2017
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"Insgesamt unauffällig" so beurteilt Polizeipräsident Gerold Mahlmeister die Sicherheitslage im Landkreis Schwandorf. Mit den Chefs der Polizeiinspektionen legte er am Montag die Statistik für 2016 Landrat Thomas Ebeling vor. Einhellige Meinung: In der Region lässt es sich sicher leben. Dennoch gibt es einzelne Bereiche, auf die die Polizei einen besonders scharfen Blick legen will. Auch beim Thema Verkehrssicherheit werden Schwerpunkte gesetzt.

Die Zahl der Straftaten im Landkreis stieg 2016 um 6,6 Prozent auf 5545 (siehe Grafik). Die Aufklärungsquote sank auf 66,4 Prozent. Letztere war 2015 ungewöhnlich hoch, weil einige Serien aufgeklärt werden konnten. Aber auch 2016 wurden im Landkreis mehr Straftaten aufgeklärt als im Schnitt der Oberpfalz (65,9 Prozent). Die "Häufigkeitszahl" gibt die Straftaten je 100 000 Einwohner an. Sie lag im Landkreis 2016 bei 3828, oberpfalzweit bei 4760.

Besonders ging Mahlmeister auf das Thema Wohnungseinbruchdiebstahl ein. Von der beschlossenen Gesetzesverschärfung mit einer Mindeststrafe von einem Jahr - damit wird Wohnungseinbruch ein Verbrechenstatbestand - erhofft sich Mahlmeister einen Abschreckungseffekt. Im vergangenen Jahr waren im Landkreis 58 Wohnungseinbrüche zu verzeichnen, etwa die Hälfte davon waren Versuche. Die Prävention trage Früchte, waren sich Mahlmeister und Kriminalhauptkommissar Günter Grießhammer von der Kripo Amberg einig. Viele Eigentümer lassen Schutzeinrichtungen installieren. Die Beratung durch geschulte Beamte, auch bei entsprechenden Veranstaltungen, werde gerne angenommen.

Das Thema "Reichsbürger" wurde nicht ausgespart: Auch im Landkreis gebe es Personen, die der Szene nahestehen. Sie werden entsprechend beobachtet. Das Ordnungsamt hat besonders ein Auge auf "Reichsbürger", die Waffenbesitzkarten haben. Einer von ihnen hat im vergangenen Jahr seine Waffen abgegeben.

Die Zahl der Diebstähle hat 2016 im Landkreis zugenommen. Das sei einigen Serien geschuldet, sagte Mahlmeister, besonders der Diebstahl an und aus Fahrzeugen nehme zu. 418 Drogendelikte registrierte die Polizei 2016 im Landkreis, ein leichter Rückgang (2015: 457). Die Polizei will den Verfolgungs- und Kontrolldruck hochhalten.

2717 Tatverdächtige ermittelte die Polizei im Landkreis im vergangenen Jahr, davon waren 1955 Deutsche. Die Delikte in und um Asylbewerberunterkünfte habe zugenommen, sagte der Polizeipräsident, ebenfalls die Straftaten von Ausländern im öffentlichen Raum. Die Entwicklung sei aber keinesfalls besorgniserregend. "Wir werden das weiter beobachten", sagte der Polizeipräsident. Zusammen mit dem Verfassungsschutz und Staatsschutz-Kommissariaten hat die Polizei auch mögliche IS-Sympathisanten im Blick. Hier gebe es "keine besorgniserregenden Feststellungen", sagte Mahlmeister.

Die Verkehrsunfallstatistik war ebenso Thema beim Sicherheitsgespräch. Im Jahr 2016 verloren auf den Straßen im Landkreis 15 Menschen ihr Leben bei Unfällen, es gab 873 Verletzte. Bei 75 Unfällen war Alkohol im Spiel, 48 Menschen wurden dabei verletzt, zwei getötet. Zu hohe Geschwindigkeit war der Grund für 183 Unfälle, bei denen 128 Menschen verletzt wurden und 6 Menschen starben. Die Zahl der Verkehrstoten zu senken, ist oberstes Ziel der Aktion "Bayern mobil - sicher ans Ziel". Besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr Motorradfahrern.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/1738730
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