Bei Tagestouren gut im Geschäft

Alexandra Beier, Leiterin des Tourismuszentrums. Bild: Völkl
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Schwandorf
07.11.2016
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Freilandmuseum Neusath-Perschen (Bild), die Schwandorfer Felsenkeller und die Oberpfälzer Seenplatte genießen bei Tagesausflüglern einen hohen Bekanntheitsgrad. Bild: hfz

"Wir haben im Tagestourismus ein großes Potenzial. Es wird unterschätzt, weil es schlecht messbar ist", betont Alexandra Beier. Vom Tourismustag hat sie eine Studie mitgebracht, die zeigt: Tagesausflüge sind in Ostbayern und im Landkreis Schwandorf ein Millionengeschäft.

Schwandorf/Nabburg. (wb/cv) Die Touristiker sehen mehr Radler in die Pedale treten, das Oberpfälzer Seenland ist ein Magnet. Auch der Premium-Wanderweg Goldsteig "zieht" verstärkt. "Aber unsere Schätzungen sind subjektiv", so die Leiterin des Tourismuszentrums Oberpfälzer Wald in Nabburg. Doch nun gibt es eine Studie. Demnach lässt sich nicht nur mit Übernachtungsgästen, sondern auch bei Tagesausflügen im Fremdenverkehr gutes Geld verdienen. 88 Prozent der Oberpfälzer unternehmen Tagesausflüge. Sie geben dabei in Ostbayern im Jahr rund 250 Millionen Euro aus.

Der Tourismusverband Ostbayern hat beim Centrum für marktorientierte Tourismusforschung (CenTouris) der Universität Passau eine Studie zu diesem Thema in Auftrag gegeben. Geschäftsführer Dr. Stefan Mang stellte die Eckpunkte beim Tourismustag vor. Die Zahlen ließen Alexandra Beier aufhorchen: Jeder Oberpfälzer unternimmt nach der Erhebung pro Monat etwa zwei bis drei Tagesausflüge. Dr. Mang rechnete vor, dass ein Ausflugsgast im Oberpfälzer Wald im Schnitt 18 Euro ausgibt und kam dabei jetzt schon unter dem Strich auf die gewaltige Summe von knapp 55 Millionen Euro pro Jahr Umsatz für die Urlaubsregion.

Telefon-Interviews


Grundlage dieser Zahlen ist eine telefongestützte Befragung. Bei 1000 vollstrukturierten Telefon-Interviews (CATI), bevölkerungsrepräsentativ nach Alter, Geschlecht und Landkreisen aufgeteilt, wurden von Mai bis Oktober 2015 diese Zahlen erhoben. Für einen "tollen Ausflug" ist den Befragten eine nette Gesellschaft am wichtigsten (62 Prozent). Es folgen schönes Wetter (57 Prozent) und die Landschaft (56 Prozent), auf den weiteren Plätzen eine harmonische Familiensituation (54 Prozent), ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie eine gute Verkehrsanbindung (jeweils 50 Prozent). Interessant: Neue Attraktionen rangieren mit 35 Prozent ebenso im hinteren Bereich wie "Viele Kinderangebote" (27 Prozent). Die CentTouris hat zudem herausgefunden, dass der Oberpfälzer gerne Ziele angesteuert, die er schon kennt oder die in der eigenen Heimat liegen. Nahe Ziele werden bei Tagesausflügen bevorzugt. 97 Prozent der befragten Oberpfälzer bleiben in Bayern. Deutlich wurde auch, dass in diesem Bereich die Städte dem flachen Land den Rang ablaufen.

Guter Bekanntheitsgrad


Gute Bekanntheitswerte im Landkreis Schwandorf gab es für das Oberpfälzer Seenland (94 Prozent), die Historischen Felsenkeller in Schwandorf (82 Prozent) und das Freilandmuseum Neusath-Perschen (79 Prozent). Die meisten Gäste geben Geld für Gasthaus- und Restaurantbesuche aus (44 Prozent). Für Snacks oder Eis öffnen 36 Prozent den Geldbeutel. Die höchsten Einzelbeträge werden bei Shopping-Ausflügen investiert: im Schnitt 114 Euro.

Da die meisten Ausflügler spontan entscheiden und sich übers Internet informieren, setzt Alexandra Beier einen Schwerpunkt auf die Angebotspflege auf der Homepage der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald, wo sie auch diverse Höhepunkte wie die kommenden Weihnachtsmärkte herausstellt und Kombinationen von Veranstaltungen und gastronomischen Angeboten aufzeigt. Tagesausflügler sind ein Zug, auf den die Gastronomie noch besser aufspringen könnte, ist Beier überzeugt. Der Landkreis Schwandorf ist übrigens nicht nur bei Ausflüglern beliebt. Von Januar bis August stiegen die Übernachtungszahlen um 7,2 Prozent.
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