Beratung unter kommunaler Trägerschaft
Ansprechpartner für Asylbewerber

Die neuen Asylsozialberater Irene Gräser (Vierte von rechts), Nadine Hunzinger (Fünfte von links), Beate Teichert (Dritte von links), Ludmilla Rinn (Vierte von links) und Christian Knittl (rechts) fungieren künftig als Ansprechpartner für die dezentral untergebrachten Asylbewerber. Bild: Tietz
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Schwandorf
12.04.2016
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Bislang waren vor allem die Wohlfahrtsverbände für die Asylsozialberatung zuständig. Jetzt sitzt auch der Landkreis mit im Boot: Er wurde als eine von sieben Modellregionen in Bayern für die Beratung unter kommunaler Regie ausgewählt. Am 1. April fiel der Startschuss.

Mit der Asylsozialberatung unter kommunaler Trägerschaft geht auch eine Personalaufstockung einher: Fünf Kräfte hat der Landkreis bislang eingestellt und bekommt für die Personalkosten einen Zuschuss vom Freistaat in Höhe von 80 Prozent. Während die Wohlfahrtsverbände - zum Beispiel die Caritas - weiterhin die in Gemeinschaftsunterkünften lebenden Menschen betreuen, ist der Kreis vor allem für die dezentral untergebrachten Asylbewerber zuständig: Sie bekommen zu den Sprechzeiten in den Rathäusern vor Ort Antworten auf ihre Fragen und Anliegen.

"Wir sind sehr gut aufgestellt und zuversichtlich, dass wir qualitativ sehr gute Arbeit mit diesem Team abliefern werden", unterstrich Landrat Thomas Ebeling gestern am Landratsamt, als die neuen Mitarbeiter vorgestellt sowie die Ziele und Aufgaben der Asylsozialberatung skizziert wurden.

Sprechstunden vor Ort


Annette Plank vom Landratsamt dankte zunächst den Ehrenamtlichen in den Wohlfahrtsverbänden für ihren Einsatz und legte dar, dass die Mitarbeiter des Landratsamtes in einem ersten Schritt die dezentral untergebrachten Asylbewerber beraten werden. Im Anschluss soll diese Tätigkeit auch auf die Erstaufnahmeeinrichtungen ausgeweitet werden. Ihre Kollegin Claudia Hösamer bezeichnete es als Ziel der Asylsozialberatung, darauf hinzuwirken, dass Leistungsempfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ein menschenwürdiges und selbstverantwortliches Leben in Deutschland führen können. Die Berater sind seit dem Start des Projekts am 1. April einmal in der Woche in den Kreisgemeinden zu Sprechstunden vor Ort. Sie bieten dabei zum Beispiel sozialpädagogische Hilfestellungen sowie Beratung und Unterstützung in der Bewältigung des Alltags.

Weitere Schwerpunkte liegen unter anderem in der Information über Rechte und Pflichten in behördlichen Verfahren, der Unterstützung von traumatisierten und behinderten Personen, der Konfliktbewältigung in Unterkünften und im sozialen Umfeld, der Rückkehrberatung oder der Unterstützung bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven für die Zeit des Aufenthaltes in Deutschland oder für die Rückkehr in die Heimat. Auch die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Akzeptanz zwischen Flüchtlingen und Nachbarschaft ist ein wichtiger Teil der Beratertätigkeit.

Eine von sieben ModellkommunenDer Landkreis Schwandorf ist unter den sieben Kommunen - fünf Landkreise und zwei kreisfreie Städte -, die das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration auf Vorschlag des Bayerischen Landkreistages als Modellprojekt für die Asylsozialberatung ausgewählt hat. Das Projekt läuft zunächst bis zum 31. Dezember diesen Jahres. Die Modellkommunen unterstützt das Sozialministerium mit 80 Prozent der förderfähigen Personalkosten. Den Rest sowie die Sach- und Schulungskosten der Asylberater muss der Landkreis aus der eigenen Tasche bezahlen. (tib)
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