Bezirksversammlung der Jäger
Zugehen auf den Naturschutz

Bayerns Jäger-Präsident Dr. Jürgen Vocke streckt die Hand aus in Richtung eines anderen Naturschutzverbandes. Bild: Gebhardt
Vermischtes
Schwandorf
11.04.2016
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Der Dialog soll künftig im Mittelpunkt stehen, nicht die Konfrontation: Bayerns Jäger wollen mit dem Landesbund für Vogelschutz über einen freiwilligen Verzicht auf die Bejagung einiger Tierarten reden. Ein erster Schritt zum Konsens.

Bei der Regierungsbezirksversammlung Oberpfalz der Jäger im Tierzuchtzentrum Schwandorf diskutierte Bayerns oberster Jäger, Professor Dr. Jürgen Vocke, mit den Vorsitzenden der Kreisgruppen über eine künftige Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzverbänden. Positiv bewertete er auch die Mitgliedschaft des BJV in der Bürger- allianz Bayern mit ihren 1,8 Millionen Mitgliedern aus 22 traditionsbewussten Gliederungen.

In Bayern unverändert


Fast 48 000 Mitglieder habe der Bayerische Jagdverband inzwischen - "da sind andere Länder noch weit weg davon". Er wies auf die Jagdgesetz-Änderungen in einigen Bundesländern hin, etwa in Baden-Württemberg und Hessen. In Bayern habe Minister Helmut Brunner aber Wort gehalten, es gab keine Veränderungen. Beim Entwurf zum neuen Bundesjagdgesetz habe Bayern entscheidend mitgewirkt. Bei der bleifreien Jagdmunition müsse die Industrie eine Bleiminimierung nach Stand der Technik anbieten, aber stets unter Berücksichtigung der Belange des Tierschutzes. 5000 Tonnen Wildbret lieferten die Jäger in Bayern jedes Jahr, deswegen sei die Wildbrethygiene als "Sperrfach" für die Jägerprüfung vorgesehen. Hier müssten also wie beim Schießen ausreichende Leistungen erbracht werden.

Zu den Nachtzielgeräten traf der Jurist Vocke eine klare Aussage: "Nur das Bundeskriminalamt kann sie freigeben, das ist bisher nicht passiert." Der BJV habe auch die Landratsämter informiert, dass sie keine Ausnahmegenehmigungen ausstellen dürften. "Sie würden sich strafbar machen!"

Keine Zwangsgelder


Versuchsweise soll in Schwarzwild-Schwerpunktregionen per Schieß- kino die Übungsmöglichkeit der Jäger stark verbessert werden, wissenschaftlich begleitet durch die Bayerische Akademie für Jagd und Natur. Dazu seien auch Finanzmittel nötig. Abzulehnen sei die Idee der Landtags-Grünen, Zwangsgelder für Hegegemeinschaften einzuführen, die ihren Rehwildabschuss nicht erfüllten. Hier müssten zuerst die Gründe ermittelt werden, an denen nicht immer nur die Jäger schuld seien. Ebenso erteilte Vocke der Verlängerung der Jagdzeit auf weibliches Rehwild und Rehkitze bis zum 31. Januar eine klare Absage: "Wildbiologisch nicht haltbar!" Er regte auch eine Verbesserung des Forstlichen Gutachtens an.

Positive Stimmung


Ramona Pohl vom BJV stellte die Einigung von Revierpächtern und Jagdgenossen beim Abschussplan als komplett vorrangig dar: "Sie müssen unbedingt miteinander reden und nicht gegeneinander arbeiten."

Genau dieses Prinzip stellte Vocke auch bei den Gesprächen mit dem Landesbund für Vogelschutz in den Fokus: Er bat die Kreisgruppen um ein Mandat, mit LBV-Vorsitzendem Dr. Norbert Schäffer über ein Moratorium verhandeln zu können: Die Jäger würden darin, zunächst zeitlich begrenzt, freiwillig auf die Bejagung einiger Tierarten aus dem Jagdgesetz verzichten. Nach anfangs kontroverser Diskussion schlossen sich die Vorsitzenden der Argumentation ihres Präsidenten an: "Miteinander reden ist besser als gegeneinander kämpfen!"
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