Bezirksvorsitzende klagt über wenig Interesse
Frauenbund löst sich auf

Vorsitzende Marlene Zitzler (links) schließt die Akte des Frauenbundes Fronberg. Rechts stellvertretende Diözesanvorsitzende Birgit Kainz, daneben Bezirksvorsitzende Johanna Steltenkamp. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
30.09.2016
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86 Jahre nach der Gründung ist für den Zweigverein Fronberg im "Katholischen Deutschen Frauenbund" Schluss. Marlene Zitzler schloss am Mittwoch im Pfarrheim die Akten. Sie war 22 Jahre lang zunächst zweite und zuletzt erste Vorsitzende des Vereins mit 127 Mitgliedern.

Der Frauenbund Fronberg wollte einen Schnitt machen und einen Verjüngungsprozess einleiten. "Die Vorstandsmitglieder sind durchschnittlich 16 Jahre im Amt", erklärt Marlene Zitzler. Da sollten jetzt Jüngere nachrücken und Verantwortung übernehmen. Doch trotz mehrfacher Versuche fand sich niemand. Bezirksvorsitzende Johanna Steltenkamp hat durchaus eine Erklärung dafür: "Jüngere Frauen wollen sich nicht mehr binden, schon gar nicht an einen katholischen Verein." Religiöses Brauchtum komme nicht mehr an.

Das Problem hat Johanna Steltenkamp nicht nur in Fronberg: "Der Zweigverein Pittersberg steht als nächstes vor der Auflösung". Dabei biete der Frauenbund durchaus ein attraktives Programm: Gesellige Veranstaltungen, Vorträge zu aktuellen Themen, spirituelle Workshops, soziales Engagement und das Gefühl von Gemeinschaft. Doch was früher Anziehungspunkt war, gerät heute zum Hemmschuh: die dogmatische Amtskirche.

Der Zweigverein Fronberg hat soziales Engagement gezeigt und immer wieder für Projekte in Indien und Afrika gespendet, den Hospizverein unterstützt und zuletzt einen Scheck über 1500 Euro zur Renovierung der Kirchenorgel überreicht. Die Auflösung erfolgt zum 31. Dezember. Das restliche Jahresprogramm will der Verein noch durchziehen. An diesem Wochenende beteiligen sich 39 Mitglieder an einer Fahrt nach Südtirol. Am 22. Oktober lädt der Verein zum letzten Mal zum Kaffeetrinken ins Pfarrheim ein. Anschließend beten die Teilnehmer in der Kirche St. Andreas den Oktoberrosenkranz.

Stellvertretende Diözesanvorsitzende Birgit Kainz bedauerte die Entwicklung in Fronberg und erteilte jenen Bestrebungen eine Absage, die darauf abzielten, den Zweigverein ruhen zu lassen und ihn später wiederzubeleben. Pfarrer Thomas dagegen hält das für eine gute Idee und verweist auf den Fronberger Kirwaverein, der auch einige Jahre in der Versenkung verschwunden war und umso stärker neu durchstartete.
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